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Schulden

In Deutschland gibt es trotz des steigenden Wohlstands immer mehr Familien, die verschuldet sind. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Wenn ein Einkommen wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Scheidung plötzlich wegfällt, können Familien mit laufenden Kreditrückzahlungen zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten plötzlich in eine finanzielle Notlage geraten. Aber auch übertriebener Konsum auf Ratenzahlung kann der Auslöser dafür sein, dass einer Familie die Schulden irgendwann über den Kopf wachsen.

Finanzielle Probleme bringen meist einen sozialen Abstieg mit sich. Nachbarn, Freunde und Bekannte ziehen sich zurück, Partnerschaften können in die Brüche gehen. Überschuldung ist eine enorme Belastung für die ganze Familie. Auch Kinder leiden darunter. Leistungseinbrüche in der Schule und Verhaltensauffälligkeiten sind oft die Folge desolater Familienfinanzen.

Wie können wir Schulden vermeiden?
Wie helfen die Schuldnerberatungsstellen?

Wie können wir Schulden vermeiden?

Mit ein paar einfachen Grundregeln und Selbstdisziplin ist es eigentlich jedem möglich, das eigene Konto nicht nur im Griff zu haben, sondern sogar für größere Anschaffungen oder Reisen etwas anzusparen.

  • Fragen Sie sich vor jeder Ausgabe: Brauche ich das wirklich? Dadurch vermeiden Sie Spontan- oder Frustkäufe und sparen Geld.
  • Legen Sie ein Haushaltsbuch an. Tragen Sie jede Einnahme und Ausgabe dort ein. Am Monatsende sehen Sie, wofür Sie das meiste Geld ausgegeben haben. Überlegen Sie, ob sich diese Ausgaben reduzieren lassen.
  • Schreiben Sie für Ihre täglichen Einkäufe immer einen Einkaufszettel. Kaufen Sie nur das ein, was auf der Liste steht.
  • Vergleichen Sie grundsätzlich die Preise in den Läden und Regalen. Kaufen Sie Saisongemüse und -obst. Achten Sie auf Sonderangebote.
  • Die Katalog- und Fernsehwerbung überhäuft Sie täglich mit angeblich attraktiven Angeboten auf Ratenzahlung. Nur bei teuren und wertstabilen Anschaffungen wie beim Auto oder der Küche lohnt sich ein Ratenkauf aber tatsächlich. Vor allem bei technischen Gebrauchsgegenständen wie beispielsweise bei einem besonderen Handy ist der Wertverlust durch die schnelle technische Weiterentwicklung und dem täglichen Gebrauch so hoch, dass das Produkt schon kaputt oder technisch überholt ist, bevor überhaupt die letzte Rate bezahlt ist.
  • Überziehen Sie Ihr Konto nur im Notfall! Banken verdienen an den Überziehungszinsen, die Sie vom ersten Tag an bezahlen, an dem Ihr Konto in den roten Zahlen ist. Mit günstigen Dispokrediten wird überall geworben. Aber der Einstieg in die Schuldenfalle beginnt häufig bei den monatlichen Belastungen durch Überziehungszinsen.
  • Kaufen oder verkaufen Sie Kleider, Spielzeug oder andere Gebrauchsgegenstände auf „Secondhand“-Märkten oder über private möglichst kostenlose Annoncen.
  • Vergleichen Sie die Anbieter von Strom, Telefon, Handy, Versicherungen, Banken und Brennstoffen. Hier gibt es zum Teil erhebliche Preisunterschiede. Überprüfen Sie vor allem bei den laufenden Versicherungen, welche davon Sie tatsächlich brauchen. Oftmals sind die Leistungen einzelner Versicherungen, wie zum Beispiel Auslandskrankenversicherung schon in der regulären Krankenversicherung enthalten. Das Überprüfen und der Vergleich sind zeitintensiv, aber hier lässt sich eine Menge Geld sparen.
  • Wenn Sie verreisen möchten, achten Sie auf Ermäßigungen und Sondertarife. Nutzen Sie auch die Angebote von Familienferienprogrammen von Städten und Verbänden.
  • Viele Gemeinden bieten sogenannte „Familienpässe“ an, mit denen der Eintritt in Schwimmbäder, Museen oder Sportveranstaltungen günstiger wird.

Wie helfen die Schuldnerberatungsstellen?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Konto regelmäßig überzogen ist, dass notwendige Anschaffungen nur noch über Ratenkäufe möglich sind und im Briefkasten die ersten Mahnschreiben eintreffen, sollten Sie sich nicht scheuen, für die Klärung Ihrer finanziellen Situation so schnell wie möglich Hilfe in Anspruch zu nehmen. Resignieren Sie nicht, ignorieren Sie nicht Ihre Post und lassen Sie den Dingen auf gar keinen Fall Ihren Lauf!

Gehen Sie zu einer Schuldnerberatungsstelle. Dort bekommen Sie Unterstützung für Ihre finanzielle Notsituation und den daraus entstehenden persönlichen Problemen. Sie bekommen dort kein Geld. In den Sozialämtern der Gemeinden, der Städte oder des Landkreises können Sie fragen, wo es in Ihrer Nähe eine Schuldnerberatungsstelle gibt. Die Beratung dort ist kostenlos und streng vertraulich. Auch der Caritasverband, das Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Arbeiterwohlfahrt, das Diakonische Werk oder die Verbraucherberatungsstellen bieten solche kostenlosen Beratungsdienste an.

Hüten Sie sich vor anderen kommerziellen Schuldenregulierern! Sie verlangen für ihre Beratung nahezu immer Gebühren. Oft arbeiten sie unseriös. Sie können so noch mehr Geld verlieren.

Der Weg aus der Schuldenfalle beginnt mit einer Bestandsaufnahme Ihrer familiären und wirtschaftlichen Gesamtsituation. Damit die Schuldnerberatung Erfolg hat, sollten Sie sich darauf vorbereiten: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Schulden und legen Sie den Beratern alle Einnahmequellen, finanziellen Belastungen und Schulden mit den dazugehörigen Unterlagen offen dar.

Die Mitarbeiter der Schuldnerberatungsstelle suchen gemeinsam mit Ihnen nach den Gründen für die Überschuldung. Wenn man weiß, wie die Schulden überhaupt entstehen konnten, können sie gemeinsam mit Ihnen einen Plan erstellen, wie Sie Ihre Schulden tilgen können und wie Sie zukünftig mit Ihrem Einkommen besser wirtschaften können. Die Berater helfen auch bei Verhandlungen mit Gläubigern und Banken. Es ist jedoch wichtig, dass der Plan und die Absprachen mit dem Schuldnerberater genau eingehalten werden. Das heißt: Sie als Verschuldeter müssen alle damit verbundenen Einschränkungen, wie beispielsweise eine komplette Änderung der Haushaltsführung annehmen.

Wenn Sie die Ratschläge aktiv umsetzen, können Sie nicht nur schuldenfrei werden, sondern zukünftig auch ohne Hilfe von außen ein selbstständiges schuldenfreies Auskommen im Alltag erlernen.

Eine Liste der Schuldnerberatungsstellen in Bayern finden Sie hier:

www.stmas.bayern.de/sozial/beratungsstellen/index.htm