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Wohnen / Eigentum

Familiengerechte Mietwohnungen finden sich recht selten und sind häufig teuer. So ist es nicht überraschend, dass vor allem Familien Wohneigentum bevorzugen, um die Mietkosten praktisch in die Finanzierung eines Eigenheimes zu investieren. Vor Mieterhöhungen und Kündigungen ist man geschützt. Viele Familien sehnen sich danach, ihr eigener Herr zu sein, genügend Platz für sich und ihre Kinder zu haben und möglichst in einem Garten ihre Freizeit verbringen zu können. Ein Wohneigentum ist im Notfall auch ein Vermögenspolster. Vor allem denken viele daran, dass sie ihren Lebensabend gerne in den eigenen vier Wänden verbringen möchten. Doch nur jeder Zweite rechnet damit im Alter mietfrei wohnen zu können.

Der Bau oder Kauf eines Wohneigentums erfordert immer beträchtliche finanzielle Mittel. Der Staat hilft bei der Finanzierung. Er tut dies im wesentlichen über die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus (Wohnen / Mieten), mit dem Lastenzuschuss Wohngeld, mit der Bausparförderung und der Wohn-Riester-Förderung.

Wie funktioniert Bausparen?
Wann erhalte ich die Wohnungsbauprämie bzw. die Arbeitnehmer-Sparzulage?
Was ist der Wohn-Riester?
Wie funktioniert der Wohn-Riester?
Muss das angesparte Wohn-Riester-Geld in eine Immobilie investiert werden?
Wer hat Anspruch auf Wohn-Riester-Förderung und für wen eignet sie sich?
Was ist das sogenannte „Einheimischen Modell“?
Wie kann ich bei Wohneigentum mit Wohngeld unterstützt werden?

Wie funktioniert Bausparen?

Viele schließen bereits in jungen Jahren einen Bausparvertrag bei einer Bausparkasse ab, wenn sie irgendwann einmal bauen möchten, aber wissen, dass ihre eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen werden.

Die Höhe eines Bausparvertrages kann der Bausparer selbst bestimmen. Zunächst bezahlt er eine monatliche Ansparrate. Wenn ein Teil der vertraglich festgelegten Summe angespart ist, ist der Bausparvertrag „zuteilungsreif“. Das bedeutet: Nun kann der Bausparer die restliche Summe als zinsgünstiges Darlehen in Anspruch nehmen.

Die meisten Bausparer benutzen ihren Bausparvertrag als Eigenkapital, wenn sie bei einer Bank ein Darlehen zur Baufinanzierung aufnehmen möchten.

Aktuelle Informationen und den Antrag auf Bausparen erhalten Sie bei Ihrer Bausparkasse.

Wann erhalte ich die Wohnungsbauprämie bzw. die Arbeitnehmer-Sparzulage?

Der Staat zahlt jedem Bausparer eine Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent des Bausparbetrages. Außerdem kann der Bausparer noch eine zusätzliche staatliche Förderung erhalten, wenn er die Beiträge für den Bausparvertrag während der Ansparphase von seinem Gehalt abziehen lässt: Es gibt dann zusätzlich die sogenannte Arbeitnehmer-Sparzulage für Vermögenswirksame Leistungen in Höhe von 9 Prozent des Bausparbetrages. Es gibt dabei jedoch jeweils Einkommensgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen.

Ebenso ist noch ein weiterer Punkt zu beachten: Zwar muss der Bausparvertrag nicht unbedingt zum Bauen verwendet werden. Bausparer, die ihren Vertrag vor dem 31.12.2008 abgeschlossen haben, müssen aber sieben Jahre warten, bevor sie das angesparte Geld anderweitig verwenden können. Wer sich das Geld vor Ablauf dieser siebenjährigen Bindungsfrist auszahlen lässt und nicht nachweisen kann, dass er das Geld für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet, muss die staatliche Wohnungsbauprämie zurückzahlen.

Alle Bausparer, die ihren Bausparvertrag nach dem 01.01.2009 abgeschlossen haben und über 25 Jahre alt sind, müssen ihre staatliche Wohnungsbauprämie immer zurückzahlen, wenn sie das Angesparte nicht für eine Immobilie oder deren Instandsetzung ausgeben. Nur unter 25-Jährige haben diese Einschränkung nicht. Sie müssen die Wohnungsbauprämie also nicht zurückzahlen, auch, wenn sie ihr Angespartes anderweitig verwenden. Eine siebenjährige Bindungsfrist gibt es für diese neueren Bausparverträge nicht.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird im Rahmen der Steuererklärung beim Finanzamt beantragt. Die vermögenswirksamen Leistungen regeln Sie über Ihren Arbeitgeber.

Was ist der „Wohn-Riester“?

Der Staat möchte zukünftige Rentner in den eigenen Häusern und Wohnungen versorgt sehen und hat daher den „Wohn-Riester“ als einen weiteren Baustein der privaten Altersvorsorge eingeführt. Mit der staatlichen Förderung soll mietfreies Wohnen im Alter erreicht werden. Bauherren und Wohnungskäufer können mit Wohn-Riester eine Menge Geld bei der Finanzierung ihrer Immobilie sparen.

Wie funktioniert Wohn-Riester?

Das Ansparen beim Wohn-Riester funktioniert ähnlich wie bei den anderen Riester-Produkten: Wer einen bestimmten Prozentsatz seines Bruttoeinkommens (maximal 4 %) im Jahr auf seinen Wohn-Riester-Vertrag, mit dem er jetzt oder später eine Immobilie kauft, einzahlt, erhält vom Staat eine Grundförderung in Höhe von 154 Euro im Jahr. Für verheiratete Partner gibt es dieselbe Summe noch einmal. Jedes Kind erhält eine weitere Unterstützung von 185 Euro. Für Kinder, die im Jahr 2008 oder danach geboren sind, zahlt der Staat sogar 300 Euro jährlich. Dieser Vorteil kann sich für eine Familie bis zum Rentenbeginn auf mehr als 50.000 Euro summieren. Alternativ können die Aufwendungen für den Wohn-Riester am Jahresende als Sonderausgabe geltend gemacht werden.

Jeder Anbieter von Wohn-Riester-Verträgen muss für den Sparer ein sogenanntes fiktives „Wohnförderkonto“ anlegen. Darauf wird genau festgehalten, wie viel staatliche Förderung der Sparer bekommen hat. Sie ist zunächst steuerfrei. Aber mit Beginn des Rentenalters hat der Sparer diese Zuschüsse zu versteuern. Dann kann er entscheiden, ob er den fälligen Betrag mit einer Einmalzahlung begleicht, - dann gewährt ihm der Staat 30 Prozent Rabatt -, oder ob er bis zum 85. Lebensjahr monatliche Teilbeträge leistet.

Muss das angesparte Wohn-Riester-Geld in eine Immobilie investiert werden?

Die staatliche Förderung des Wohn-Riesters ist an Immobilienerwerb gebunden. Das bedeutet: Wer mit dem angesparten Geld etwas ganz anderes machen möchte, muss die Zuschüsse an den Staat zurückzahlen.

Gefördert werden selbst genutzte Immobilien, die nach 2007 angeschafft wurden und in Deutschland stehen. Das kann eine Eigentumswohnung, aber auch eine Genossenschaftswohnung sein. Voraussetzung ist jedoch, dass der Sparer seine Immobilie als dauerhaften Wohnsitz selbst benutzt. Eine Vermietung für einen begrenzten Zeitraum ist allerdings erlaubt.

Die Wohn-Riester-Förderung ist für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie als Altersvorsorge gedacht. Ein Sparer, der sein Haus wieder verkauft, muss den Betrag aus dem Wohnförderkonto innerhalb von vier Jahren in eine andere selbst genutzte Immobilie investieren. Alternativ kann er innerhalb eines Jahres wieder in einen riestergeförderten Altersvorsorgevertrag einzahlen und somit die Förderung in vollem Umfang weiter erhalten. Wenn er das nicht tut, muss er die auf dem Wohnförderkonto erfassten Beträge als Leistungen aus dem Altersvorsorgevertrag mit dem persönlichen Steuersatz voll versteuern.

Wer hat Anspruch auf Wohn-Riester-Förderung und für wen eignet sie sich?

Eine Wohn-Riester-Förderung kann jeder in Anspruch nehmen, der gesetzlich versichert ist, wie beispielsweise rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer oder rentenversicherungspflichtige Selbstständige, Beamte, Soldaten und Richter, aber auch die Ehepartner der Zahlungsberechtigten oder Empfänger von Arbeitslosengeld II.

Wer bereits eine Riester-Rentenversicherung abgeschlossen hat, kann das angesparte Kapital seit 2010 wahlweise komplett oder teilweise (bis maximal bis 75 Prozent) für den Kauf oder Bau einer Immobilie nutzen. Dabei ist grundsätzlich egal, ob in Form eines Banksparplans, eines Fondssparplanes oder einer Rentenversicherung gespart wird.

Wohn-Riester-Produkte werden von Finanzexperten grundsätzlich nur jenen Menschen empfohlen, die tatsächlich vorhaben, zu bauen oder Wohneigentum zu kaufen und die wissen, dass sie sich dies aller Voraussicht nach auch leisten können. Auch sollten sie dauerhaft in einer selbst erworbenen Immobilie wohnen bleiben. Menschen, die aufgrund ihres Berufslebens häufiger umziehen müssen, sollten sich überlegen, ob der Abschluss eines Wohn-Riester-Vertrages für sie die richtige Art der Vorsorge ist.

Was ist das sogenannte „Einheimischen Modell“?

Viele bayerische Städte und Gemeinden bieten bauwilligen Einwohnern günstige Grundstücke an. Die Grundstücke liegen preislich spürbar unter dem Verkehrswert. So sollen junge Familien in den Orten gehalten werden und damit die Ortsstruktur erhalten werden. Außerdem sollen Spekulationen vermieden werden.

Die Interessenten müssen in einem Antragsverfahren zahlreiche Bedingungen erfüllen. Die wichtigste ist, dass sie schon einige Jahre im Ort leben oder eine bestimmte Zeitlang in einer ortsansässigen Firma hauptberuflich arbeiten. Aber auch die Anzahl der Familienmitglieder und das Durchschnittseinkommen werden bei der Vergabe dieser Grundstücke berücksichtigt.

Ob es an Ihrem Wohnort ein Einheimischen Modell gibt und welche Voraussetzungen Sie gegebenenfalls für eine Bewerbung erfüllen müssen, erfahren Sie bei der Gemeinde.

Wie kann ich bei Wohneigentum mit Wohngeld unterstützt werden?

Um jedem einen angemessenen und familiengerechten Wohnraum zu ermöglichen, zahlt der Staat – neben einen Mietzuschuss für Mieter - einen Lastenzuschuss für Eigentümer von Wohnraum. Wohngeldleistungen bekommt man nur auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen. Die Höhe der bewilligten Wohngeldleistungen hängt davon ab, wie viele Personen zum Haushalt gehören und wie hoch das zu berücksichtigende Einkommen und die monatliche Belastung des Eigenheimes sind.

Die Antragsformulare für den Lastenzuschuss erhalten Sie im Wohnamt Ihres Landkreis bzw. Ihrer Stadt. Dem Antrag („Erklärung zum Wohngeldantrag“) müssen folgende Unterlagen beiliegen:

  • Einkommensnachweise,
  • Nachweis der Belastungen (Kaufvertrag oder Grundbuchauszug, Darlehensverträge),
  • Kontoauszüge der letzten drei Monate.

Da in Einzelfällen noch weitere Unterlagen dem Antrag zur Bewilligung von Wohngeld beigefügt werden müssen, sollten Sie sich vorab weitere Informationen in dem für Sie zuständigen Wohnamt einholen.