Sie sind hier: Startseite << Familie << Familienfinanzen << Wohnen / Mieten


Wohnen / Mieten

Mit jedem Kind benötigt eine Familie mehr Wohnraum, womit die Mietkosten als Ausgabeposten ansteigen. Menschen mit geringem Einkommen haben daher immer größere Schwierigkeiten, die Mietbelastung alleine zu tragen.

Wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht, um eine angemessene und bedarfsgerechte Wohnung zu finden, kann der Staat unter bestimmten Voraussetzungen und auf Antrag mit dem Bereitstellen einer Sozialwohnung oder einer Zahlung von Wohngeld helfen.

Wer hat Anspruch auf eine Sozialwohnung?
Was muss ich tun, um eine Sozialwohnung beziehen zu können?
Muss ich aus einer Sozialwohnung wieder ausziehen, wenn mein Einkommen die gesetzlich vorgeschriebene Grenze übersteigt?
Was ist Wohngeld?
Wer hat Anspruch auf Wohngeld?
Wo kann ich Wohngeld beantragen?

Wer hat Anspruch auf eine Sozialwohnung?

Mit dem Bereitstellen von Sozialwohnungen werden Bürgerinnen und Bürgern unterstützt, die wegen ihres geringen Einkommens keine Wohnung am freien Wohnungsmarkt finden können. Auch sie sollen die Möglichkeit haben, einen ihren Bedürfnissen angemessenen Wohnraum zu bekommen. Die Mieten im Sozialen Wohnungsbau sind gegenüber denen auf dem freien Wohnungsmarkt deutlich niedriger.

Öffentlich geförderte Wohnungen stehen einer breiten Schicht zur Verfügung: Familien, Ehepaare, Singles, Alleinerziehende, Behinderte und Senioren haben gleichermaßen Anspruch auf eine Sozialwohnung, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

Um für eine Sozialwohnung vorgemerkt zu werden oder eine Zuweisung zu erhalten, darf das jährliche Gesamteinkommen des Wohnungssuchenden und seiner Haushaltsangehörigen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Jahreseinkommensgrenzen und Miethöhen sind gestaffelt. Junge Familien, Alleinerziehende und Schwerbehinderte können zusätzlich Freibeträge geltend machen.

Um alle Wohnungssuchenden in gerechter Reihenfolge behandeln zu können, ist neben der Einkommensgrenze die „soziale Dringlichkeit“ eine weitere wichtige Bedingung in der Bewerbung um eine Sozialwohnung, d.h. es werden die Lebensumstände aller Wohnungssuchenden bewertet: Wie ist der Wohnungssuchende und evtl. dessen Familie derzeit untergebracht und wie lange lebt er bereits in der betreffenden Stadt? Aber auch andere persönliche Gründe wie eine wirtschaftliche Notlage, Krankheit, drohende Obdachlosigkeit, Schwangerschaft oder Alleinerziehung können bei der Vergabe von öffentlich gefördertem Wohnraum maßgeblich sein. Bei ausländischen Wohnungssuchenden spielt auch der Aufenthaltsstatus eine Rolle.

Da die Einkommensgrenzen sich ändern und nach Anzahl der Familienmitglieder und der damit benötigten Wohnungsgröße unterschiedlich berechnet werden und zudem die „soziale Dringlichkeit“ sehr verschieden ausfällt, erfragen Sie für Ihren speziellen Fall weiterführende Informationen am besten beim Wohnungsamt Ihres Landkreises.

Was muss ich tun, um eine Sozialwohnung beziehen zu können?

Um eine Sozialwohnung zu bekommen, müssen Sie einen Antrag beim Wohnungsamt Ihres Landratsamtes stellen. Nach Prüfung Ihrer Unterlagen entscheidet das Wohnungsamt, ob Sie einen Berechtigungsnachweis für den Bezug einer Sozialwohnung erhalten.

Mit dem „WBS“, dem Wohnberechtigungsschein können Sie sich bei den Vermietern von Sozialwohnungen, wie zum Beispiel Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften oder auch Privateigentümern um eine Sozialwohnung bewerben oder vom Wohnamt selbst per Belegungsrecht in eine eingewiesen werden. Ohne Vorlage des Berechtigungsscheins dürfen Vermieter einer Sozialwohnung keinen Mietvertrag unterschreiben.

Muss ich aus einer Sozialwohnung wieder ausziehen, wenn mein Einkommen die gesetzlich vorgeschriebene Grenze übersteigt?

Die einstige „Fehlbelegungsabgabe“ gibt es nicht mehr. Sollte sich während der Mietzeit in einer Sozialwohnung Ihr Einkommen so ändern, dass es die vom Gesetzgeber zulässigen Einkommensgrenzen überschreitet, so dürfen Sie dennoch in der Sozialwohnung wohnen bleiben, ohne eine höhere Miete zu bezahlen. Der Gesetzgeber hofft, damit auf Dauer eine ausgewogene Mieterstruktur schaffen zu können.

Was ist Wohngeld?

Um Menschen mit geringem Einkommen bei der monatlichen Mietzahlung einer den Bedürfnissen angemessenen und familiengerechten Wohnung zu unterstützen, zahlt der Staat berechtigten Personen ein Wohngeld. Wohngeld wird auf Antrag als Zuschuss zur Miete, aber auch als Zuschuss zur Belastung durch ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung gewährt (Wohnen / Eigentum). Als Berechtigter haben Sie einen Rechtsanspruch auf Wohngeld.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Ob und in welcher Höhe Sie Wohngeld beanspruchen können, hängt davon ab, wie viele Familienmitglieder in Ihrem Haushalt leben und wie hoch Ihr Gesamteinkommen und die zuschussfähige Miete sind. Dabei gibt es bestimmte Höchstgrenzen.

Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Wohngeld ist, dass Sie als Antragsteller den Wohnraum selbst bewohnen und die Miete hierfür aufbringen. Es wird Ihnen ein erforderliches Mindesteinkommen unterstellt, dass sich am Sozialhilferegelsatz orientiert und zuzüglich der Miete plus Nebenkosten errechnet wird. Damit soll unterstrichen werden, dass es sich beim Wohngeld um einen Zuschuss handelt und Sie als Antragsteller generell selbst in der Lage sind, den Großteil Ihrer Mietkosten zu tragen.

Wenn Sie Transferleistungen empfangen, in denen bereits die Kosten der Unterkunft berücksichtigt sind, so können Sie grundsätzlich kein Wohngeld erhalten. Die Berechnung des relevanten Familieneinkommens ist umfangreich. Daher sollten Sie sich bei den Fachkräften der für Sie zuständigen Wohngeldstelle die für Ihren konkreten Fall spezifischen Auskünfte einholen.

Wo kann ich Wohngeld beantragen?

Um Wohngeld zu erhalten, müssen Sie einen Antrag bei der Wohngeldstelle stellen und alle Voraussetzungen nachweisen. In manchen Städten können Sie bereits ein Online-Angebot nutzen.

Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Es wird aber erst ab dem Monat bezahlt, in dem der Antrag bei der Wohngeldstelle eingegangen ist. Daran sollten Sie denken, wenn Sie Wohngeld beantragen wollen. Möchten Sie, dass das Wohngeld ununterbrochen weiter gezahlt wird, empfiehlt es sich, den Folgeantrag möglichst zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums zu stellen.