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Babysitter

Die Eltern möchten mal wieder ausgehen. Oder sie haben einen wichtigen Termin. Weder Oma noch Bekannte oder Tagesmutter können einspringen. Wer betreut in der Zwischenzeit das Kind? Die einzige und beste Lösung ist oft, einen Babysitter zu engagieren.

Ob Spielen, Spazierengehen oder Beaufsichtigen am Abend ... Die Aufgaben eines Babysitters können sehr vielseitig sein.

Manche Anforderungen können bereits von jüngeren Babysittern gemeistert werden, für andere (wie die Pflege eines kranken Kindes) ist eine erfahrene Betreuungsperson besser geeignet.

Alle Beteiligten sollten sich darüber klar sein, worauf sie sich einlassen. Damit sich Kind, Eltern und Babysitter wohl fühlen.

Babysitter und Kind
Das Alter des Kindes
Wie finde ich einen Babysitter?
Grundsätzliches Gespräch mit dem Babysitter
Bevor Sie gehen ...
Während Sie weg sind ...
Wenn Sie wieder zu Hause sind ...
Versicherungsschutz
Aufsichtspflicht
Mein Kind möchte babysitten

Babysitter und Kind

Entscheidend für ein gutes Gelingen ist, dass sich Kind und Babysitter gut verstehen.

Unabdingbar ist selbstverständlich, dass der Babysitter gerne mit Kindern umgeht. Feinfühligkeit, Geduld und Verantwortungsbewusstsein sind wichtige Eigenschaften, die der Babysitter mitbringen sollte.

Beim Spiel kann sich ein Kind schon mal verletzen oder es fällt der Strom aus ... Kurz: Der Babysitter sollte auf unvorhergesehene Ereignisse besonnen reagieren können.

Bevor Ihr Kind zum ersten Mal mit dem Babysitter allein ist, sollten sich beide natürlich kennen lernen. Sie als Eltern spüren auch schnell, ob beide miteinander auskommen.

Akzeptiert Ihr Kind den Babysitter nicht, suchen Sie lieber nach einer anderen Betreuungsperson. Es sollen sich doch beide wohl fühlen: Kind und Babysitter.

Wenn die Beziehung zwischen beiden stimmt, können Eltern beruhigt ihre Dinge erledigen.

Das Alter des Kindes

Ab welchem Alter man ein Kind von einem Babysitter betreuen lassen sollte - darüber gehen die Meinungen sehr auseinander. Letztendlich liegt die Entscheidung bei den Eltern selbst.

Ein Säugling oder Kleinkind sollte nur von einer erfahrenen Betreuungsperson und nur kurze Zeit beaufsichtigt werden.

Und man muss auch an den Babysitter denken: Ist er überfordert, haben weder Eltern noch Babysitter und schon gar nicht ihr Kind etwas davon.

Wie finde ich einen Babysitter?

  • Der einfachste Weg ist, sich bei anderen Eltern zu erkundigen. So erhalten Sie viele Informationen und können sich vorab ein Bild von Ihrem Babysitter machen.
  • Oft haben Babysitter Freundinnen, die sich auch etwas Geld verdienen wollen.
  • Inserieren Sie in der örtlichen Zeitung oder im Gemeindeblatt.
  • Machen Sie einen Aushang in Schulen, im Pfarrhaus, im Mütterzentrum ...
  • Im Internet werden einige Babysitter-Börsen angeboten.

Grundsätzliches Gespräch mit dem Babysitter

Haben Sie sich für einen Babysitter entschieden, nehmen Sie sich Zeit, grundsätzliche Dinge zu besprechen. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee lassen sich viele Dinge klären:

  • Besprechen Sie, wie der Babysitter die Zeit Ihrer Abwesenheit zusammen mit dem Kind gestalten sollte.
    Babysitten bedeutet Verantwortung tragen und enthält einige Pflichten, die dem Babysitter klar sein müssen. So dürfen kleinere Kinder nicht aus den Augen gelassen werden. Grundsätzlich müssen Kinder vor Haushaltsunfällen geschützt werden.
  • Besprechen Sie "Familien-Regeln": Was dürfen die Kinder keinesfalls tun? Welche Fernsehprogramme sind erlaubt? Wie lange darf ferngesehen oder telefoniert werden? Welche Freunde darf Ihr Kind während Ihrer Abwesenheit besuchen?
  • Erklären Sie alle wichtigen Geräte, zum Beispiel wie das Telefon funktioniert. Notieren Sie Ihrem Babysitter die wichtigsten Dinge.
  • Zeigen Sie Ihrem Babysitter alle notwendigen Räume Ihres Haushalts. Wo befindet sich die Toilette? Welche Räume sollten nicht betreten werden?
  • Erklären Sie, wie eingehende Anrufe oder überraschende Besuche behandelt werden sollen. Ungünstig ist, wenn der Babysitter verkündet, dass ?nur? er im Hause ist.
  • Klären Sie auch, welche Regeln der Babysitter zu beachten hat: So wird es Ihnen vermutlich nicht recht sein, wenn längere Telefongespräche oder Ferngespräche von Ihrem Anschluss aus geführt oder während Ihrer Abwesenheit Freunde eingeladen werden.

Bevor Sie gehen ...

Der Babysitter sollte so frühzeitig kommen, dass Sie alle notwendigen Dinge besprechen können:

  • Notieren Sie für Ihren Babysitter die Adresse und Telefonnummer Ihres Aufenthaltsorts. Teilen Sie ihm ebenfalls Ihre Handynummer mit.
  • Stellen Sie dem Babysitter eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern (Polizei, Feuerwehr oder eines Arztes) zusammen.
  • Zeigen Sie, wo sich die Hausapotheke befindet. Klar muss sein, dass Sie im Notfall sofort benachrichtigt werden.
  • Sind Türen und Fenster geschlossen? Haben Sie alle Elektrogeräte ausgeschaltet?
  • Teilen Sie dem Babysitter mit, wann Sie voraussichtlich nach Hause kommen.

Während Sie weg sind ...

  • Sind Sie länger weg, rufen Sie einfach mal zu Hause an. Dies dient nicht nur Ihrer Beruhigung. Es kann auch unvorhergesehene Ereignisse geben, auf die der Babysitter und Ihr Kind nicht vorbereitet sind.
  • Melden Sie sich auf jeden Fall, wenn Sie später zurückkommen als vorgesehen.

Wenn Sie wieder zu Hause sind ...

  • Fragen Sie den Babysitter, wie die Zeit während Ihrer Abwesenheit verlaufen ist. Ist alles in Ordnung? Gab es Anrufe oder hat jemand geklingelt?
  • Sorgen Sie - insbesondere bei minderjährigen Babysittern - dafür, dass er sicher nach Hause kommt.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Babysitter. Hat es sich wohl gefühlt? War es während Ihrer Abwesenheit gut versorgt?

Versicherungsschutz

Unfallversicherung:

Babysitter fallen wie Au pair-Betreuer/innen unter die Bezeichnung "Haushaltshilfen".

Die Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber, also der Haushaltsführende.

Babysitter sind unter anderem bei der Betreuung der Kinder, auf dem Weg zur Arbeit und bei Urlaubsbegleitung im Rahmen der Beschäftigung gesetzlich unfallversichert.

Der Haushaltsführende hat die Pflicht, die Beschäftigung von Personen innerhalb einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden - unabhängig davon, ob es sich um ein vorübergehendes oder dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis handelt. Weder die wöchentlichen Arbeitsstunden noch die Höhe des Arbeitsentgelts bzw. Sozialversicherungspflicht spielen dabei eine Rolle.

Haftpflichtversicherung:

Meist sind Jugendliche bei der Haftpflicht der Eltern mitversichert.

Diese reicht aber manchmal nicht aus. Denn Babysitten wird normalerweise "im Auftrag" und "gegen Entgelt" gemacht. Darum muss der Versicherungsschutz erweitert werden.

Der Babysitter sollte sich von der Versicherung schriftlich bestätigen lassen, dass sie auch für Versicherungsfälle in seinem Beschäftigungsverhältnis haftet.

Aufsichtspflicht

Grundsätzlich liegt die Aufsichtspflicht gegenüber Minderjährigen bei den Eltern.

Durch Vertrag kann sie auch beispielsweise auf den Babysitter übertragen werden. Diese Übertragung muss nicht ausdrücklich oder schriftlich geschehen, sie kann auch mündlich und stillschweigend sein. Zu empfehlen sind allerdings schriftliche Vereinbarungen.

Ist der Babysitter selbst minderjährig, müssen dessen eigene Eltern mit der Übertragung der Aufsichtspflicht auf ihr Kind einverstanden sein.

Mein Kind möchte babysitten

Viele Jugendliche übernehmen gerne die kurzzeitige Betreuung von Kindern, um etwas Geld zu verdienen.

Babysitten ist allerdings eine verantwortungsvolle Aufgabe. Es erfordert mehr als bloße Anwesenheit.

Die Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, ob es der Situation gewachsen ist. Denn alle Beteiligten haben nichts davon, wenn der Babysitter überfordert ist.

Einige Institutionen bieten Kurse an, in denen die zukünftigen Babysitter auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Übrigens: Möchte Ihr Kind selbst babysitten, muss es mindestens 13 Jahre alt sein (§ 5 Abs. 3 Jugendarbeitsschutzgesetz in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Kinderarbeitsschutzverordnung).

Im Alter zwischen 13 und 15 Jahren dürfen Kinder zwischen 8 und 18 Uhr babysitten (Jugendarbeitsschutzgesetz § 5 Abs. 2), ab 15 Jahren bis 20 Uhr.