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Netz für Kinder / Selbstorganisierte Formen

"Netz für Kinder"-Einrichtungen sind ein zusätzliches Angebot der Kindertagesbetreuung. Sie wurden als Ergänzung zu den Regelkindergärten 1993 vom Sozialministerium eingerichtet.

"Netz für Kinder"-Einrichtungen bieten ein flexibles Betreuungsangebot vor Ort an, das auf die veränderten Familien- und Kindheitswirklichkeiten in besonderer Weise eingeht.

Selbst organisierte Formen von Kindertagesbetreuung erfordern viel Engagement und ehrenamtliche Arbeit von den Eltern. Sie werden von Elterngruppen ins Leben gerufen, die dazu einen Verein gründen und nach Anerkennung als freier Träger Kindertagesbetreuung anbieten.

Ihr Angebot ist vielfältig und flexibel, was die Altersstruktur und Öffnungszeiten angeht. Sie reagieren auf den Bedarf vor Ort und sind eine Ergänzung zu den herkömmlichen Kindertageseinrichtungen.

Eltern können ihre Erziehungsvorstellungen in das pädagogische Konzept einbringen und sich in enger Zusammenarbeit mit anderen Eltern austauschen. Sie erleben Freundschaft, gegenseitige Entlastung und Nachbarschaftshilfe, wenn es gut läuft.

Eine Elterninitiative kann im Idealfall zu einem Treffpunkt und Ort der Begegnung für Eltern und Kinder werden und soziale Kontakte im Stadtteil fördern.

Wodurch unterscheiden sich "Netz für Kinder"-Einrichtungen von "Regel"-Kindergärten?
Was bedeutet Elternmitarbeit im "Netz für Kinder"?
Was versteht man unter "breiter Altersmischung"?
Welche positiven Auswirkungen kann die breite Altersmischung haben?
Welche pädagogischen Ausrichtungen kann man in "Netz für Kinder"-Einrichtungen antreffen?
Elternbeteiligung am "Netz für Kinder"
Was kostet ein Platz in einer "Netz für Kinder"-Einrichtung?
Wollen Sie eine Eltern-Kind-Initiative gründen?
Was ist eine betriebsnahe Eltern-Kind-Initiative?
Spiel- und Krabbelgruppen als Betreuungsangebot
Kinderbetreuung im Mütterzentrum

Wodurch unterscheiden sich "Netz für Kinder"-Einrichtungen von "Regel"-Kindergärten?

Zwölf bis 15 Kinder pro Gruppe, im Alter von zwei bis zwölf Jahren (breite Altersmischung) werden von einer pädagogischen Fachkraft und einem (wechselnden) Elternteil betreut.

Die Betreuungsdauer beträgt an mindestens vier Tagen mindestens vier Stunden.

Was bedeutet Elternmitarbeit im "Netz für Kinder"?

Viele "Netz für Kinder"-Einrichtungen sind aus Elterninitiativen hervorgegangen, die ein größeres Mitspracherecht bei der Betreuung, Erziehung und Bildung ihrer Kinder haben wollten.

Sie gründeten Trägervereine und nehmen in diesen häufig die Funktionen der Vereinsvorstände wahr.

Aktive Mitarbeit sowohl in der Kinderbetreuung als auch in organisatorischen Belangen des Vereins sind deshalb Voraussetzung, um das eigene Kind in einer "Netz für Kinder"-Einrichtung unterzubringen.

Was versteht man unter "breiter Altersmischung"?

Eine "breite Altersmischung" der Kindergruppe wird angestrebt, d. h. es werden Kinder im Krippen- und Kindergartenalter oder aber auch Kinder im Kindergartenalter und im Hortalter aufgenommen.

Welche positiven Auswirkungen kann die breite Altersmischung haben?

Im Regelkindergarten werden Kinder im Alter von drei (in Ausnahmefällen zwei Jahren) bis sechs Jahren betreut.

Im "Netz für Kinder" kann die Verweildauer des Kindes von zwei bis zwölf Jahre betragen. Dadurch kann dem Kind der häufig problematische Wechsel von Krippe zum Kindergarten, und von Kindergarten zum Hort erspart werden.

Welche pädagogischen Ausrichtungen kann man in "Netz für Kinder"-Einrichtungen antreffen?

Ein Blick in verschiedene "Netz für Kinder"-Einrichtungen zeigt, dass sich eine bunte Vielfalt an pädagogischen Arbeitsweisen der "Netze" herausgebildet hat.

So kann man Einrichtungen finden, die auf den Grundlagen der Maria Montessori- Pädagogik arbeiten, aber auch Konzepte der Waldkindergärten oder der interkulturellen Erziehung finden Berücksichtigung.

Häufig sind es die Eltern, die durch ihr Engagement als Vorstände in den Trägervereinen und durch ihre praktische Mitarbeit der Einrichtung ihr spezifisches Profil geben.

Elternbeteiligung am "Netz für Kinder"

Es leitet sich ein hoher Anspruch an die sozialen Kompetenzen der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte ab.

Eine vertrauensvolle Atmosphäre, die von gegenseitigem Respekt und partnerschaftlichem Verhalten geprägt ist, ist die Voraussetzung, um unterschiedliche Erziehungsvorstellungen und Rollenerwartungen abzuklären.

Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern ist Leitbild vieler "Netz für Kinder"-Einrichtungen.

Was kostet ein Platz in einer "Netz für Kinder"-Einrichtung?

In der Regel ist der Platz in einer "Netz für Kinder"-Einrichtung nicht teurer als ein Regelkindergartenplatz.

Die Eltern erhalten für ihre Mitarbeit eine Aufwandsentschädigung, was vor allem für allein erziehende Eltern interessant sein könnte.

Wollen Sie eine Eltern-Kind-Initiative gründen?

Sie brauchen dafür zuerst Kontakt zu anderen "Gleichgesinnten".

Klären Sie mit der Elterngruppe grundsätzliche Dinge, wie zum Beispiel Gruppengröße, Standort, Öffnungszeiten, Beginn usw.

Dann sollten Sie sich an Ihr zuständiges Jugendamt zur weiteren Beratung und Abklärung der Finanzierungsmöglichkeiten wenden. Diese sind je nach Kommune unterschiedlich.

Unter Umständen benötigen Sie ab einer regelmäßigen Betreuungszeit der Kinder von acht Stunden wöchentlich eine Erlaubnis für den Betrieb einer Einrichtung nach § 45 SGB VIII.

Bestimmte Voraussetzungen sind dafür zu erfüllen. In jedem Fall müssen Sie einen Verein gründen und brauchen die Zustimmung des Jugendamts.

Das alles klingt jetzt vielleicht für Sie unglaublich kompliziert. Lassen Sie sich nicht abschrecken, lassen Sie sich vom Jugendamt beraten.

Auskunft gibt auch der Kleinkindertagesstätten e. V. (www.kkt-muenchen.de), Landwehrstraße 60-62, 80336 München, Tel. 089 - 9616060-0

Was ist eine betriebsnahe Eltern-Kind-Initiative?

Es gibt immer mehr Betriebe, die daran interessiert sind, ihren Mitarbeiterinnen die Rückkehr in den Beruf durch Unterstützung der Kinderbetreuung zu erleichtern.

Die Betreuungszeiten orientieren sich an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder. Die Eltern bestimmen das pädagogische Konzept mit.

Der Betrieb stellt mietfrei Räume zur Verfügung oder übernimmt die Mietkosten. Ebenso trägt er die Kosten für Erstausstattung und Ersatzanschaffungen.

Die Kinder werden in altersgemischten Gruppen von ca. zwölf bis 15 Kindern von einer Erzieherin und einer Zweitkraft betreut.

Wenn Kapazitäten frei sind, können auch Kinder von nicht Betriebsangehörigen aufgenommen werden.

Die Eltern gründen wie bei sonstigen Eltern-Kind-Initiativen einen Verein und übernehmen damit die Trägerschaft.

Sie sind zuständig für alle Organisations-, Konzeptions- und Personalfragen sowie Aufnahmebedingungen.

Im Übrigen gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Gründung einer Eltern-Kind-Initiative.

Spiel- und Krabbelgruppen als Betreuungsangebot

In Spiel- und Krabbelgruppen treffen sich in der Regel Eltern gemeinsam mit ihren Kindern . Sie sind kein Angebot für Eltern, die ihre Kinder betreuen lassen möchten.

Daneben gibt es aber auch Spiel- und Krabbelgruppen, die an ein oder zwei Tagen pro Woche für wenige Stunden Kleinkinder betreuen, um den Müttern Gelegenheit zu geben, hin und wieder einige Stunden Zeit für sich zu haben. Meistens handelt es sich um Kinder, deren Mütter in der Gruppe aktiv mitmachen.

Die Kinder sollen hier erste Gruppenerfahrungen machen können, um den Übergang zum Besuch eines Kindergartens oder einer Eltern-Kind-Initiative vorzubereiten.

Werden die gleichen Kinder regelmäßig mehr als acht Stunden pro Woche betreut, sollten sich die Eltern an das Jugendamt wenden.

Es besteht die Möglichkeit, dass es sich dann um eine Eltern-Kind-Initiative handelt und nicht mehr um eine Spielgruppe. Das hat Konsequenzen, die bedacht werden müssen.

Kinderbetreuung im Mütterzentrum

Mütterzentren sind Einrichtungen der Familienselbsthilfe, die von Müttern selbst gegründet, geleitet und organisiert werden.

Sie sind Orte, wo Frauen sich mit ihren Kindern treffen, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen, mitarbeiten, sich gegenseitig unterstützen.

Neben vielen anderen Angeboten für Frauen und Kinder bieten Mütterzentren auch stundenweise Kinderbetreuung oder zum Beispiel Mittagstisch für Schulkinder.

Wenn es in Ihrer Nähe ein Mütterzentrum gibt, nehmen Sie Kontakt auf und erkundigen Sie sich. Jedes Engagement und jeder Besuch von Frauen wird begrüßt.