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Babygruppen

Die ersten Wochen mit dem neuen Familienmitglied sind vorüber. Das Baby wirkt nicht mehr so zerbrechlich. Sie haben anfängliche Unsicherheiten im Umgang mit Ihrem Kind überwunden. Sie freuen sich, dass Ihr Sprössling zufrieden ist und gedeiht. Vielleicht haben Sie auch schon beobachtet, mit welcher Neugier er andere Kinder betrachtet. Wie Ihr Baby auf ein anderes zukrabbelt. Wie es ihm schließlich ins Gesicht patscht, es anstupst. Diese Annäherungsversuche verlaufen nicht immer schmerzfrei. Denn die - sicherlich zärtlich gemeinten - Berührungen können durchaus unsanft ausfallen. Sie zeigen aber, dass Babys sich von anderen angezogen fühlen. Sie suchen Kontakt zu Gleichaltrigen.

Dieses Bedürfnis Ihres Babys können Sie unterstützen. In fast jeder Stadt, fast jeder größeren Gemeinde gibt es so genannte Babygruppen. Die eine heißt Krabbelgruppe, die andere Spielkreis oder Babyschwimmgruppe. Manche Gruppen sind privat organisiert, andere sind über die Gemeinde, die Kirche oder ein Mütterzentrum eingerichtet worden.

Meistens wird kein oder nur ein kleiner Unkostenbeitrag verlangt. In einigen Gruppen wird Kinderbetreuung angeboten. Die wird häufig von einer der Mütter oder Väter übernommen, die selbst ein Kind in der Gruppe haben. Andere werden von ausgebildeten Gruppenleitern betreut. Die Treffen finden gewöhnlich einmal in der Woche statt.

Krabbelgruppe, Spielkreis, Babyschwimmgruppe, wie immer sie auch heißen, nutzen Sie sie als Möglichkeit. Sie tun Ihrem Kind und damit auch sich etwas Gutes.

Was bietet eine Gruppe Ihrem Baby?
Das Baby in der Gruppe, was heißt das für die Eltern?
Worin unterscheiden sich einzelne Babygruppen?
Wie viele Gruppen für mein Baby?

Was bietet eine Gruppe Ihrem Baby?

In einer Babygruppe hat Ihr Kind zuallererst die Möglichkeit, Gleichaltrige zu treffen. Das ist auch für ein Kind wichtig, das Geschwister hat. Denn hier kann Ihr Baby

  • zum ersten Mal feststellen, dass es genau solche Wesen gibt, wie es selber eines ist. Die Geräusche der anderen sind ähnlich wie die eigenen. Sie bewegen sich auch wie es selbst, auf allen Vieren vorwärts. Die Hände und Füße sind genauso klein wie die eigenen;
  • beobachten, was die anderen tun und lassen;
  • erste soziale Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen.

Für manche Eltern ist das Positive einer Gleichaltrigengruppe nicht auf Anhieb zu erkennen. Denn heult nicht immer irgendeines der Kinder? Wird nicht immer wieder eines geschubst? Wird nicht immer wieder gebissen, ein Finger in das Auge eines anderen gebohrt? Zerren nicht immer wieder zwei an dem gleichen Spielzeug, bis schließlich der "Verlierer" in ein ohrenbetäubendes Gebrüll ausbricht? Sie können sicher sein, dass nichts davon böse gemeint ist. In diesem Alter wissen die Kinder nicht, was sie dem anderen antun, dass dem etwas genauso wehtun kann wie ihnen selbst.

Wohl müssen Erwachsene in der Gruppe dafür sorgen, dass kleinere Unfälle oder gar Katastrophen verhindert werden. Ansonsten reicht ein deutliches "Nein", oder "Das tut weh"!

Natürlich soll der Spaß beim Babytreffen nicht in Kummer umschlagen. Aber die Kleinen vergessen einen Schubser, eine unsanfte Behandlung sehr schnell. Schneller als die Eltern.

Auch wenn es Ihr Kind ist, das ungestüm behandelt wird. Das wird es aushalten. Halten Sie sich vor Augen, wie vergnügt es die meiste Zeit in der Gruppe ist, dass es hier Erfahrungen machen kann, die ihm zuhause nicht möglich sind.

Das Baby in der Gruppe, was heißt das für die Eltern?

Die Betreuung in Babygruppen wird unterschiedlich gehandhabt.

Manchmal übernimmt ein Elternteil diese Aufgabe. Für die Eltern, die nicht dran sind, gibt es meistens einen Nachbarraum, in dem sie sich während der Gruppenstunde aufhalten können. Andere Gruppen werden von ausgebildeten Gruppenleiterinnen oder auch -leitern betreut und die Eltern bleiben bei ihren Kindern.

In jedem Fall kann der Besuch einer Babygruppe für die Eltern Kontakt und Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern bedeuten. Hier können Sie feststellen, dass auch bei anderen nicht immer alles klappt. Tägliche Probleme lassen sich besprechen. Das entlastet.

Vermeiden Sie, den Austausch zu einer Wettbewerbsveranstaltung zu machen. Die Kleinen sind verschieden. Manche sind ruhig und sanft. Sie beobachten eher, bevor sie etwas tatkräftig angreifen. Andere forsch und entschlossen. Jedes Kind entwickelt sich in dem ihm gemässen Tempo. Auch Ihres. Lassen Sie sich deshalb durch einen Vergleich mit gleichaltrigen Babys nicht verunsichern. Nehmen Sie gelassen wahr, dass die Babys alle unterschiedlich weit sind. Wenn Ihr Kind sich noch geruhsam vorwärts robbt, während andere wild durch die Gegend krabbeln, ist das in Ordnung. Weder ist es zurückgeblieben, noch sind Sie als Eltern Versager.

Natürlich dürfen Sie stolz auf Ihr Baby sein, wenn es schon etwas beherrscht, was andere noch nicht können. Das macht es allerdings noch lange nicht außergewöhnlich. Und Sie nicht zu besonders tüchtigen Eltern. Die Kleinen sind nur verschieden.

Worin unterscheiden sich einzelne Babygruppen?

Krabbelgruppe

Bei einer Krabbelgruppe handelt es sich meistens um eine offene Gruppe. Das bedeutet, dass zu einer bereits bestehenden Gruppe jederzeit neue Teilnehmer dazu stoßen können. Es geht in erster Linie um das Zusammensein der Babys. Sie werden nicht von ausgebildetem Fachpersonal geleitet. In manchen Krabbelgruppen werden für ältere Kinder Betreuungsmöglichkeiten angeboten. Ziel einer Krabbelgruppe ist:

  • Babys erste soziale Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen,
  • Eltern Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktaufnahme zu anderen Eltern zu bieten.

Babyschwimmgruppe

Babyschwimmen für Kinder ab ungefähr zehn Wochen wird in vielen Gemeinden mit Hallenbad angeboten. Im Allgemeinen lieben Babys das Plantschen im warmen Wasser. Ihre Freude daran und natürlich auch die Förderung seiner Beweglichkeit stehen dabei im Vordergrund.

Im Wasser kräftigt Ihr Baby seine Muskulatur und seine Wirbelsäule. Es erlebt eine Fortbewegungsmöglichkeit, die es an Land noch nicht hat. Eltern lernen bestimmte Techniken, wie sie ihr Kind halten können. Und sie lernen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten im Wasser kennen.

Das gemeinsame Erlebnis fördert die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Wie viele Gruppen für mein Baby?

Das reichhaltige Angebot an Babygruppen könnte Sie vielleicht dazu verführen, an jedem Tag der Woche eine andere zu besuchen. Tun Sie das nicht. Für Ihr Baby bedeutet das nämlich, dass es sich ständig auf andere Kinder einstellen muss. So sehr es den Kontakt zu Gleichaltrigen braucht, ihr Kind braucht ebenso seine gewohnte Umgebung, in der es nicht ständig neuen Eindrücken ausgesetzt ist.

Die Teilnahme an einer Babygruppe kann für die Entwicklung Ihres Kindes sehr förderlich sein. Mehrere Angebote würden es dagegen überfordern.