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Apps für Kinder

Smartphones und Tablets gibt es mittlerweile in so gut wie allen Haushalten mit Kindern (KIM Studie 2014, S. 8). Deshalb wachsen Kinder heutzutage mit einem ganz eigenen Selbstverständnis für die Technik auf – mobile Endgeräte gehören ebenso wir der Fernseher und der Computer zum Leben dazu.

Und so bekommen Kinder auch immer mit, wie die Eltern oder älteren Geschwister mit den kleinen Geräten Nachrichten verschicken, fotografieren, Musik hören, Filme schauen, spielen oder damit arbeiten. Apps, also die Zusatzprogramme auf den mobilen Endgeräten, sind dementsprechend Teil der digitalen Lebenswelt von Kindern.

Das wissen auch die Hersteller von Kinder-Apps. Der Markt dafür boomt, monatlich kommen weltweit tausende neue kostenpflichtige, aber auch kostenlose Apps in die digitalen Stores hinzu.

Neben den bekannten Spieleherstellern und Spielzeugherstellern sind auch die Buchverlage ins App-Geschäft eingestiegen. Sie bringen neben ihren gedruckten Büchern auch ergänzende Apps für Smartphones und Tablets speziell für Kinder heraus, die die beliebten Geschichten der bekannten Figuren aus den Büchern aufgreifen und in neuen Abenteuern weiterführen.

Diese Lese-Apps ermöglichen den Kindern den einfachen Einstieg in die digitale Welt und können als spielerische Ergänzungen zum Buch gemeinsam mit den Eltern gespielt werden. Denn Vorlesen und Erzählen sind wichtige Bestandteile der Leseförderung, um Kindern den Spaß an der Sprache zu vermitteln. Auch Lese-Apps können dazu beitragen, die Sprachentwicklung und das Spracheverständnis der Kinder zu fördern.

Welche Apps sind prinzipiell für mein Kind geeignet?

Welche Alters- und Spielzeitempfehlungen gibt es für Kinder?

Wie machen Sie ihr mobiles Endgerät kindersicher?

Was macht eine gute App für Kinder aus?

Digitale Leseförderung: Welchen zusätzlichen Mehrwert können Lese-Apps gegenüber Büchern anbieten?

Weiterführende Links zum Thema Apps für Kinder

Welche Apps sind prinzipiell für mein Kind geeignet?

Bevor Sie eine App herunterladen, sollten Sie sich vergewissern, dass diese für Ihr Kind passend ist, dass es ihr oder ihm inhaltlich gefällt und ihrem oder seinem bisherigen Wissensstand entspricht. Dabei sollten Sie sich an die Altersbeschränkung nach dem deutschen Jugendschutzgesetz und die Altersempfehlungen der Händler und auch der Entwickler halten.

Aktuelle Tipps für gute Kinder-Apps finden Sie in der Datenbank für Kinder-Apps des Deutschen Jugendinstituts

Herunterladen können Sie diese Apps dann über den Store Ihres Mobiltelefons (App Store, Google Play Store).

Welche Alters- und Spielzeitempfehlungen gibt es für Kinder?

Natürlich ist jedes Kind einzigartig und Sie als Eltern wissen am besten, was Sie ihr oder ihm zutrauen können. Sind sie sich jedoch unsicher, kann diese Faustregel für Bildschirmzeiten (egal ob TV, Games oder Internet) angewendet werden:

  • Kinder unter drei Jahren sollten so gut wie nicht spielen, da sie oft von den mobilen Anforderungen noch überfordert sind
  • Kinder von drei bis fünf Jahren sollten nicht länger als eine halbe Stunde spielen
  • Kinder bis neun Jahre sollten nicht länger als eine Stunde spielen
  • Kinder ab zehn Jahren können mit den Eltern ein bestimmtes Wochenkontingent vereinbaren

Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind beim Spiel begleiten. Setzen Sie sich zu Ihrem Kind und spielen Sie die App gemeinsam. So haben Sie die Möglichkeit, auf Fragen einzugehen, zu helfen und das Verhalten Ihres Kindes beim Spielen genau zu beobachten und gegebenenfalls zu unterbrechen, wenn Ihr Kind verängstigt oder überfordert ist. Und sprechen Sie nach dem Spiel mit Ihrem Kind über das eben Erlebte.

Wie machen Sie ihr mobiles Endgerät kindersicher?

Bevor Sie Ihr Smartphone oder Ihr Tablet in die Kinderhände übergeben, gibt es ein paar Möglichkeiten, wie Sie das Gerät wirklich kindersicher machen können.

  • Installieren Sie die App auf Ihrem Endgerät. Sie können auch einen Ordner nur für Kinderspiele einrichten.
  • Aktivieren Sie die Sicherheitseinstellungen der App.
  • Installieren Sie gegebenenfalls eine Jugendschutz-App, die bestimmte Inhalte von Webseiten blockieren.
  • Schalten Sie gegebenenfalls das WLAN oder das mobile Internet aus, wenn Ihr Kind mit einer App spielt, so dass sie oder er nicht versehentlich anfängt im Internet zu surfen.
  • Generell gilt: Lassen Sie Ihr Kind nicht längere Zeit unbeaufsichtigt alleine spielen.

Was macht eine gute App für Kinder aus?

Apps für Kinder gibt es unüberschaubar viele. Aber nicht alle sind auch wirklich empfehlenswert. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei einer guten Kinder-App achten können.

  • Gute Apps stellen eine zusammenhängende Geschichte in den Mittelpunkt.
    Spiele, Geräusche oder Animationen reichern den Inhalt kreativ an, überfordern Ihr Kind nicht und lenken nicht von der Geschichte ab oder führen komplett aus ihr hinaus.
  • Leicht verständliche Interaktions- und Multimediaanwendungen

    • Die Hintergrundmusik kann leiser gemacht oder ganz abgeschaltet werden.
    • Bei Lese-Apps ist es schön, wenn neben einer leicht verständlichen, langsam sprechenden und fesselnden Erzählstimme, die die Geschichte vorliest, auch die Möglichkeit einer eigenen Aufnahmefunktion besteht, so dass Mama, Papa oder auch das Kind die Geschichte einsprechen kann.
  • Einfache und fehlerlose Steuerung der App

    • Die Navigation der App ist einfach aufgebaut und selbsterklärend. Die Anwendung wird beispielsweise mithilfe einer leicht verständlichen Symbolsprache oder durch eine gesprochene Anleitung erklärt.
    • Es gibt ein Menü mit einer Übersicht über die einzelnen Kapitel, so dass Ihr Kind leicht zu ihrer/seiner Lieblingsstelle navigieren kann.
    • Die App hat eine Vor- und Zurückfunktion und bietet auch die Möglichkeit, in der Mitte der Handlung einzusteigen.
    • Die App soll fehlerlos funktionieren, nicht ruckeln oder gar abstürzen.
    • TIPP: Ist Ihr Kind besonders fit im Verstehen eines neuen Spiels? Dann überlassen Sie ihr oder ihm die Expertenrolle und lassen Sie sich von ihr oder ihm das Spiel erklären.
  • Gute Apps haben einen spielerischen Lerneffekt (z. B. neue Tiere, Wörter, Buchstaben, Länder kennenlernen).
  • Es gibt einen abgetrennten Elternbereich mit Tipps. Dazu kann z. B. ein Timer gehören, der die Spielzeit Ihres Kindes begrenzt. So können Sie Ihrem Kind klare Regeln beibringen, was die Spieldauer angeht.
  • Der Jugendmedienschutz wird beachtet: Werbung, In-App-Käufe und herausführende Verlinkungen sind im Kinderbereich nicht vorhanden.
  • Es gibt die Auswahl zwischen verschiedenen Sprachen, so dass Ihr Kind ein Gespür dafür bekommt, wie z. B. Englisch oder Spanisch klingt.

Digitale Leseförderung: Welchen zusätzlichen Mehrwert können Lese-Apps gegenüber Büchern anbieten?

Lese-Apps haben meist eine Vorlesefunktion. Dieses Vorlesen mit den Apps fördert wie das Vorlesen eines Buches das Sprachverständnis Ihres Kindes. Das kann gerade Kindern aus Familien, bei denen die Eltern nicht perfekt deutsch sprechen oder aussprechen können, helfen, ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern. Das Sprach-Hör-Verständnis, das durch das Vorlesen weiter ausgebaut wird, bleibt auch mit den Lese-Apps beibehalten.

Der interaktive Teil des Vorlesens, das gemeinsame Entdecken einzelner Bilder und das Erleben der Geschichte, bleiben auch erhalten. Die kindgerechten, in der App eingebauten Mitmachelemente fordern Ihr Kind zudem dazu auf, selbst aktiv zu werden. Ihr Kind wird angeregt, etwas auf dem Bildschirm zu bewegen oder kreative Lösungsstrategien für kleine Rätsel zu entwickeln.

Lese-Apps enthalten neben den Bildern auch Töne. So stärkt ihr Kind die Wahrnehmung all seiner Sinne. Mehrere verschiedene Sinneseindrücke ergänzen sich: Zum Anschauen und Zuhören kommen noch das Zeigen und auch das Wischen, Schieben und Drücken hinzu. Ab einem gewissen Alter kann Ihr Kind so über die verschiedenen angebotenen Kanäle ein besseres Verständnis für die Geschichte entwickeln und dabei noch mehr lernen.

Wichtig ist immer eine auf Ihr Kind abgestimmte Mediennutzung. Die Lese-App auf dem Smartphone oder dem Tablet soll nicht das Buch ablösen, sondern als Ergänzung zum Buch gesehen werden.

Weiterführende Links zum Thema Apps für Kinder:

Hier finden Sie kindgerechte Apps:

Mehr zum Thema Medienerziehung:

Basisuntersuchungen zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen: