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Internet

Grundsätzlich bietet das Internet unseren Kindern den Zugang zur virtuellen Welt der Informationen und der neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Auch für Schule und Ausbildung sind diese Kenntnisse und der Umgang mit dem Medium von hoher Bedeutung. Außerdem macht es Spaß und ist unterhaltend.

Über das Internet können wir uns mit anderen, die ebenfalls "im Netz" sind, in Verbindung setzen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. So kann man sich nicht nur per E-mail Post schicken, sondern auch Informationen suchen und herunterladen, Angebote vergleichen, Meinungen einholen, aber auch mit anderen Teilnehmern "chatten" (= sich "online" unterhalten).

Ab wann soll ich mein Kind ins Internet lassen?
Was muss ich über Gefahren im Internet wissen?
Wie schütze ich mein Kind?
Wie begleite ich mein Kind?
Welche Software-Angebote gibt es zum Kinderschutz im Internet?
Welche Internet-Zugänge sind für mein Kind geeignet?
Wo kann ich mich selbst im Internet über das Thema informieren?

Ab wann soll ich mein Kind ins Internet lassen?

Diese Entscheidung hängt von den Fähigkeiten und der Entwicklung Ihres Kindes ab.

Im Allgemeinen beginnen Kinder ab ca. fünf Jahren, sich für das Internet zu interessieren und die Möglichkeiten zu begreifen. In Begleitung können sie dann bereits erste Versuche starten. Je besser Sie sich als Eltern im Internet auskennen, desto früher können Sie Ihr Kind dorthin mitnehmen und es zu einem sinnvollen Umgang anleiten.

Alleingänge im Internet sind erst dann empfehlenswert, wenn Ihr Kind nicht nur die technische Anwendung beherrscht, sondern sich auch an Surf-Regeln halten kann. In dem Zusammenhang sollten Sie sich über Schutzvorrichtungen, beispielsweise in Form von "Filtern", informieren und auf Ihrem Rechner aktivieren.

Kann Ihr Kind bereits lesen und schreiben, ist eine eigene E-mail- Adresse sinnvoll. Ihr Kind sollte an Personen schreiben, die ihm vertraut sind. Dies können Verwandte, Klassenkammeraden oder Freunde sein.

Das Internet ermöglicht Ihrem Kind auch das Herunterladen von Vorlagen, z. B. für die Erstellung einer eigenen Visitenkarte oder einer Homepage. Begleiten Sie Ihr Kind dabei interessiert!

Das Chatten ist erst ab ca. 14 Jahren sinnvoll. Ihr Kind sollte mit problembeladenen Kommunikationssituationen (z. B. Beschimpfungen, Anmache) umgehen können. Es muss auch vertraut sein mit geeigneten Chatter-Regeln und diese gewissenhaft einhalten können.

Was muss ich über Gefahren im Internet wissen?

Kinder und Jugendliche nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des weltweiten Netzes genauso wie Erwachsene. Kinder sind experimentierfreudig. Sie saugen Informationen auf und werden von ihnen beeinflusst.

Besonders gefährdende Inhalte wie beispielsweise zu ausschließlich selbstbezogener Sexualität, (harter) Pornografie, Gewaltexzessen (wie menschenverachtende Gewaltdarstellungen) oder ideologischer Verblendung (wie Radikalismus, Rassismus, Volksverhetzung, satanistisches Gedankengut) können das Weltbild Ihres Kindes schädigend prägen.

Die unbegrenzten Möglichkeiten des Herunterladens von kopiergeschützten Daten könnten Ihr Kind zu strafrechtlichen Handlungen verleiten.

Auch das Thema Datenklau ist aktuell. Sowohl hinsichtlich des Eindringens eines "Hackers" in Ihr System als auch die Verlockung, dies bei jemand anderem zu versuchen.

Durch staatliche Kontrolle konnten bei bisher genutzten Medien die problematischen Inhalte noch weitgehend von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden. Dieser Schutz ist beim derzeitigen "www." als internationales und unkontrollierbares Medium nicht gewährleistet. Staatliche Kontrolle, Strafandrohung und Strafverfolgung enden an den deutschen bzw. spätestens an den europäischen Außengrenzen.

Wie schütze ich mein Kind?

Kinderseelen sind verletzlich! Was also können Sie als Eltern und Erziehungsberechtigte tun, um ihr Kind vor ungeeigneten oder schädigenden Internet-Inhalten zu schützen?

Grundsätzlich gilt: Üben Sie mit Ihrem Kind einen verantwortlichen Umgang. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie wichtig das Einhalten der Regeln zum Datenschutz ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn es mit Fremden per Internet Kontakt aufnimmt. Sowohl beim Schreiben einer E-Mail als auch beim Chatten sollte sich die Identifikation auf die E-Mail-Adresse oder auf ein Pseudonym beschränken. Keinesfalls sollten persönliche Daten oder Informationen eingegeben werden. Mit-Chatter sollte Ihr Kind nur nach Rücksprache mit Ihnen persönlich treffen, da Kinder nicht erkennen können, ob diese Personen gut gemeinte Absichten haben.

Es besteht die Gefahr, dass durch sogenannte "Dialer" (= automatisiertes Selbstwählen), quasi automatisch auf dem Computer ein Auswahlprogramm installiert wird. Dann würde der Zugang zum Netz über eine 0190-Nummer laufen, was erhebliche Kosten verursacht. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, falls ein entsprechender Dailer als Fenster auftaucht, dieses sofort durch wegzuklicken beziehungsweise verneinen wieder zu schließen. Der Telefonkunde selbst kann auf eigenen Wunsch unter der Rufnummer 0800/330 1000 den Zugang zu 0190- Nummern von seinem Anschluss aus sperren lassen. Dieser Service kostet eine geringe Gebühr.

Darüber hinaus existieren technische Lösungen, die versprechen, vor problematischen Inhalten zu schützen. Auf diese allein sollte man sich allerdings nicht verlassen, da bisher keine einwandfrei funktionierende Filtersoftware entwickelt wurde. Außerdem sind die bisherigen Filter lediglich auf www-Angebote ausgerichtet und vorwiegend auf US-amerikanische Verhältnisse abgestimmt. E-mail, chat und news-groups sind bisher nicht berücksichtigt.

Wie begleite ich mein Kind?

Fragen Sie Ihr Kind nach seinen neuen Erfahrungen im Internet. Werfen Sie gelegentlich einen Blick auf den Bildschirm, wenn Ihr Kind am PC sitzt. So bekommen Sie einen Eindruck davon, womit sich Ihr Kind gerade beschäftigt.

Seien Sie auch "Lehrling". Ihr Kind wird Ihnen stolz zeigen, was es am PC schon alles kann. Durch seine bereits erworbene Computererfahrung kann es Ihnen vielleicht sogar manches Mal bei Schwierigkeiten behilflich sein. Lassen Sie sich z. B. die bevorzugten Suchmaschinen oder Links erklären.

Für Kinder im Grundschulalter gibt es geeignete Kinderseiten, auf die Sie Ihr Kind hinweisen können: zum Beispiel www.blinde-kuh.de, www.internet-abc.de.

Sowohl Sie als auch Ihr Kind können den so genannten "Internetführerschein" ablegen. Informationen dazu finden Sie zum Beispiel unter www.kurse.de oder bei der örtlichen Volkshochschule.

Kreativitätsfördernd und bereichernd ist für Ihr Kind die Möglichkeit, mit Ihnen gemeinsam eine eigene Homepage zu erstellen. So können eigene Texte geschrieben, Bilder und Fotos eingegeben und bearbeitet werden. Wichtig ist dabei, dass keine personenbezogenen Daten (beispielsweise Informationen über die eigene Person, die Familie oder Freunde) auf dieser Seite genannt werden. Das Basteln einer solchen Homepage ist zum Beispiel durch die Nutzung von www.lizzynet.de ( für Mädchen) oder von www.pixelkids.de möglich.

Auch kann Ihr Kind über so genannte Klick-Tipps zu Meinungsforen für verschiedenste Themen gelangen. Beliebte Adressen für jüngere Kinder sind u. a. www.wasistwas.de und www.geolino.de.

Treffen Sie mit Ihrem Kind eine eindeutige und einhaltbare Vereinbarung über online-Zeiten. Mehr als eine Stunde pro Tag sollte dies bei jüngeren Kindern keinesfalls sein (auch die Telefonrechnung fällt damit moderater aus).

Welche Software-Angebote gibt es zum Kinderschutz im Internet?

Kinderschutz-Software existiert in zwei Varianten:

1. Rating (Alterseinstufung/Bewertungen)

Das so genannte PICS-Rating erlaubt Eltern, den Grad an Intensität, zum Beispiel Gewalt, Sex oder sprachliche Grobheit, selbst einzustellen.

2. Filter

Negativlisten (z. B. alle Adressen, in denen Sex, Pornografie o. ä. vorkommen) filtern das für die Kinder erreichbare Angebot. Auch Positivlisten sind möglich. Die zum Teil kostenlos erhältliche Kinderschutz-Software ist auf dem eigenen Rechner zu installieren, einzurichten und laufend zu aktualisieren.

Sie sollten wissen, dass es bislang keine gut funktionierenden Lösungen gibt, die einen wirklichen Schutz nach den Vorstellungen der Eltern bieten. Auch die gelegentliche Vorabfrage nach dem Alter, einem Passwort oder nach einer Kreditkartennummer ist kein ausreichender Schutz für Minderjährige.

Welche Internet-Zugänge sind für mein Kind geeignet?

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von "www"-Adressen, die für Kinder unbedenklich sind.

Kinderportale und Suchmaschinen: www.blinde-kuh.de
www.wasistwas.dewww.kidsweb.at, www.kiku.at, www.kiki.ch/www.br-online.de/kinder/index.html, www.kidsville.de, www.kindernetz.de

Wo kann ich mich selbst im Internet über das Thema informieren?

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vertreibt kostenlos die Broschüre "Ein Netz für Kinder - Surfen ohne Risiko? Ein praktischer Leitfaden für Eltern und Pädagogen." Sie enthält neben häufigen Fragen von Eltern zum Internet auch eine Übersicht mit hilfreichen Regeln, Tipps zum spielerischen Umgang, Wissenswertes über Jugendmedienschutz und Verbraucherschutz, Buchtipps sowie kindgerechte Link-Hinweise. Bestellt werden kann das Heft unter Tel. 01888/555-2152 (Broschürenstelle) oder 0180/532-9329 (Sondertelefon).