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Kinder

Der jahrzehntelange Streit, ob es die Erbanlagen sind oder die Umweltbedingungen, die die Entwicklung eines Menschen bestimmen, ist heute weitgehend beigelegt. Inzwischen weiß man längst, dass beide Faktoren für das Heranwachsen eines Neugeborenen eine große Rolle spielen. Beide beeinflussen - und zwar von Anfang an - die geistige, seelische und körperliche Entwicklung des Kindes.

Jedem dieser drei Entwicklungsbereiche kommt dabei die gleiche Bedeutung zu. Keiner darf als weniger wichtig betrachtet werden. Wird einer vernachlässigt, hat das auch eine nachteilige Auswirkung auf die anderen.

Unter dem Einfluss also von Erbanlagen und Umweltbedingungen vollzieht sich gleichermaßen die Entwicklung eines Kindes. Das heißt, dass es nicht nur auf die Führung und Anregung aus seiner Umgebung angewiesen ist. Das bedeutet auch, dass es in einer ihm eigenen Weise darauf reagiert. In eigener Weise deswegen, weil schon bei der Geburt kein Mensch so ist wie ein anderer.

Jedes Baby ist eine einmalige, unverwechselbare Persönlichkeit. Der Verlauf seiner Entwicklung wird mit keinem anderen übereinstimmen. So kann es auch keinen genauen, festgelegten, für alle Kinder gleich gültigen Zeitplan geben, nach dem sie wachsen. Jedes Baby hat sein eigenes Entwicklungstempo. Daher ist ein Vergleich mit anderen, gleichaltrigen Kindern auch überflüssig.

Trotzdem kann es für Eltern hilfreich sein, wenn sie ungefähr wissen, wie eine Entwicklung normalerweise verläuft. Dafür gibt es Anhaltspunkte, die allerdings nur in grober Weise aufeinander folgende Entwicklungsschritte beschreiben. Sie zu kennen ist deshalb - und nur deshalb - wichtig, weil so ernsthafte Störungen schneller entdeckt und frühzeitig behandelt werden können.

So sollten Sie, wenn Ihnen irgendetwas an Ihrem Kind auffällig erscheint, die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen. Auch wenn diese bzw. dieser die Entwicklung Ihres Kindes im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beobachtet. Sie kennen Ihr Kind am besten. Sie werden als erste Veränderungen an ihm bemerken. Wenn diese Sie beunruhigen, ist ein Gang zum Arzt in keinem Fall falsch. Wenn auch eine Verzögerung in einem Entwicklungsteilbereich selten auf eine Krankheit zurückzuführen ist, so fragen Sie lieber nach. Es kann sehr beruhigend sein zu wissen, dass keine Erkrankung als Ursache dafür ausgemacht werden kann.

Noch bevor das Kind geboren ist, beschäftigt die meisten Eltern die Frage, was einmal aus ihm werden wird. Daran sind Wünsche geknüpft. Wünsche, die Begabung, Aussehen und Geschlecht betreffen. Wünsche, die schließlich manche werdenden Eltern ihr Kind schon als Musiker, vielleicht als Ärztin oder als Schriftsteller vor sich sehen lassen. Am besten, Sie lassen diese Wünsche schon vor der Geburt Ihres Kindes hinter sich.

Wenn Sie ihm bei seiner ihm gemäßen Entwicklung helfen wollen, dann öffnen Sie sich für das Kind, das Sie geboren haben. Schaffen Sie ihm die Umweltbedingungen, die es dabei unterstützen, seine Stärken zu erkennen und zu entfalten und seine Schwächen auszugleichen. Die Frage, was aus Ihrem Kind einmal werden wird, beantwortet sich dann von allein.