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Identitätsfindung

Das zentrale Thema der Pubertät ist die Identitätsfindung. Die Jugendlichen bilden in dieser Phase ihre eigene unverwechselbare Identität aus. Die Identität stellt den Kern jedes einzelnen Menschen dar und ist dadurch einmalig. Identität vermittelt das Gefühl frei zu sein (Loslösung von der Familie), sich in seinem Körper wohl zu fühlen und als eigenständige Person anerkannt zu werden.

Die größte Frage für Jugendliche in dieser Zeit ist daher: "Wer bin ich überhaupt?". Das funktioniert größtenteils über zwei Mittel: Vorbilder und Spiegelbilder. An beiden orientieren sich Kinder und Jugendliche. Vorbilder prägen Verhaltensweisen, die wiederum an Spiegelbildern ausprobiert und getestet werden

Wie bildet sich Identität aus?
Wie können Eltern die Identitätsfindung ihrer Kinder unterstützen?

Wie bildet sich Identität aus?

Jugendliche entwickeln ihre Identität, indem sie mit Eltern, Lehrkräften und weiteren Bezugspersonen in Auseinandersetzung gehen und indem sie die bestehenden Werte und Normen der Gesellschaft hinterfragen. Bei der Identitätsbildung spielen auch Freunde, die Clique bzw. die Peergroup eine bedeutende Rolle.
Unterstützt die soziale Umgebung die Jugendlichen in ihren Bestrebungen nach eigenen Ansichten und Einstellungen, kann sich eine stabile Identität herausbilden. Die Jugendlichen können sich dann zu selbstbewussten jungen Erwachsenen entwickeln, die sowohl ihre eigenen Fähigkeiten als auch ihre Grenzen kennen.
Unterstützt jedoch die Umwelt diese Unabhängigkeitsbestrebungen nicht oder boykottiert diese sogar, können Störungen in der Identitätsentwicklung entstehen. Dies hat eine Vielzahl von Problemen zur Folge. Die Jugendlichen sind in diesem Fall in ihren Werten und Einstellungen nicht gefestigt, sondern sind abhängig von den Meinungen und Wertvorstellungen anderer und somit leicht manipulier- und verführbar. Alterstypische Delikte oder ein Abrutschen in Sucht können ein möglicher Ausdruck dafür sein.
 

Wie können Eltern die Identitätsfindung ihrer Kinder unterstützen?

Eine eigene Identität zu entwickeln, also sich selbst zu finden und ein positives Bild von sich selbst zu erlangen, ist eine große herausfordernde Aufgabe, die Ihr Kind jetzt zu bewältigen hat. Jugendliche entwickeln ihre Identität durch Vorbilder und durch Auseinandersetzung mit Erwachsenen. Dies ist ein Prozess, der nicht geradlinig und von heute auf morgen passiert, sondern immer wieder großen Schwankungen unterliegt. So kann es sein, dass sich Ihr Kind heute als „erwachsen“ präsentiert und morgen schon wieder das kleine schutzbedürftige Kind ist, das sich an seine Eltern anlehnen will. Für die Eltern ist es nicht leicht, mit diesen extremen Schwankungen zurechtzukommen. Nehmen Sie Ihr Kind so an, wie es gerade ist, ohne dass Sie dabei Ihre eigenen Grenzen verletzen lassen. Sagen Sie ihm auch, wenn Sie bestimmte Dinge und Verhaltensweisen nicht mögen, aber nehmen Sie es immer als Person an und werten Sie es nicht ab. Ihr Kind benötigt jetzt Ihre Wertschätzung, um seinen eigenen Wert entwickeln zu können. Nur auf diese Weise kann es in Zukunft gute und respektvolle Beziehungen zu anderen eingehen und ist gleichzeitig durch ein gesundes Selbstvertrauen auch geschützt vor schädlichen Einflüssen und Missbrauch.