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Kriminelles Verhalten

Die Jugendzeit ist eine Phase des Umbruchs. Auszuprobieren, dabei Grenzen zu überschreiten, ist ein notwendiges Kennzeichen der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen. Nur so kann der junge Mensch zu einer Haltung finden, die ihn befähigt, Regeln eines harmonischen Zusammenlebens zu verinnerlichen und einzuhalten.

Die Erprobung des Möglichen und Erlaubten - bis hin zu straffälligem Verhalten - kann besonders heftig in der Pubertät ausfallen.

Von jungen Menschen begangene Straftaten finden aus verschiedenen Gründen eine besondere Aufmerksamkeit. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass es neben dem Erwachsenen- ein Jugendstrafrecht gibt. Damit wird berücksichtigt, dass die Entwicklung des Jugendlichen noch korrigiert werden kann und durch eine entsprechende Beurteilung seines "Vergehens" eine Chance besteht zu lernen, sich den gesellschaftlichen Normen und Werten anzupassen.

Wichtig ist zu erkennen, ob es sich bei einer begangenen Straftat um einen einmaligen "Ausrutscher" handelt oder um Anzeichen, die auf eine beginnende, gefährliche Entwicklung bis hin zu einer Verfestigung von Fehlverhalten hinweisen.

Das verlangt von Eltern eine besondere Aufmerksamkeit und Beurteilung gegenüber dem Verhalten ihres Sprösslings. Fällt Ihnen selbst etwas auf, hören Sie über andere, dass sich Ihr Kind auffällig benimmt, schauen Sie genau hin.

Der Gedanke "mein Kind tut so etwas nicht" hat schon häufig dazu geführt, dass nicht rechtzeitig eingegriffen wurde. Das aber raubt ihm die Chance, zu einem Zeitpunkt einen Weg zu verlassen, der nur der falsche sein kann.

Durch welche Straftaten fallen Jugendliche in der Regel auf?
Warum begehen Jugendliche Straftaten?
Was tun, wenn das Kind straffällig wird?

Durch welche Straftaten fallen Jugendliche in der Regel auf?

Menschen, die eine Straftat begehen, verstoßen gegen die Vorschriften und Gesetze, die von der Gesellschaft zum Schutz aller aufgestellt wurden.

Im Gegensatz zu Erwachsenen, die durch eher "unsichtbare" und schwerer nachweisbare Straftaten wie zum Beispiel Korruptions-, Umwelt-, Wirtschaftskriminalität und Steuerhinterziehung auffallen, begehen Kinder und Jugendliche eher sichtbare, leichter nachweisbare Delikte. Dazu gehören Diebstähle (die andere strafbare Handlungen weit überwiegen), Gewalttaten und Sachbeschädigungen (Vandalismus).

Die Beurteilung eines Fehlverhaltens Jugendlicher (vom 14. bis zum 18. Geburtstag) und Heranwachsender (vom 18. bis zum 21. Geburtstag) erfordert von den Erwachsenen eine ausgewogene Einschätzung. Egal, was ein junger Mensch getan hat, eine Be- und Verurteilung seines Verhaltens sollte mit Feinfühligkeit, Besonnenheit und auch Augenmaß vorgenommen werden.

So werden nicht nur mögliche Folgetaten vermieden. Damit wird auch seine weitere Entwicklung nicht unnötig belastet und gestört.

Warum begehen Jugendliche Straftaten?

Wenn Jugendliche straffällig werden, handelt es sich in den meisten Fällen um unterschiedlich schweren Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung (meist bei Raufereien, also seltener vorsätzlich), Schwarzfahren.

Solche Delikte können

  • aus Abenteuerlust begangen werden,
  • als eine Art Sport oder auch Mutprobe gelten,
  • die Bedingung dafür sein, als Mitglied in einer bestimmten Gruppe aufgenommen zu werden,
  • auf ein zu geringes Selbstbewusstsein des Täters hinweisen (der Diebstahl soll zeigen, dass er sich etwas traut),
  • als Möglichkeit gesehen werden, die Aufmerksamkeit (zum Beispiel der Eltern) auf sich zu lenken.

Sie können aber ebenso, wenn auch eher selten, ein Hinweis darauf sein, dass die Entwicklung des jungen Menschen so gefährdet ist, dass ohne entsprechende Gegensteuerung weitere Straftaten zu erwarten sind.

Was tun, wenn das Kind straffällig wird?

Handelt es sich um kleine "Vergehen", sollten Eltern ausgewogen, gelassen und mit Augenmaß reagieren.

Oft sind Straftaten Jugendlicher nur als entwicklungstypisch einzuordnen. Verhaltensweisen, die sich von allein wieder legen.

Aus diesem Grund wird, wenn eine Handlung Ihres Kindes "polizeikundig" wird, auch meistens auf ein Gerichtsverfahren verzichtet.

Stattdessen werden andere erzieherische Maßnahmen eingeleitet. So kann Ihr Kind zum Beispiel verpflichtet werden, für eine gewisse Zeit in einer sozialen Einrichtung zu arbeiten.

Fühlen Sie sich unsicher, wie Sie mit Ihrem Kind bei Fehlverhalten umgehen sollen, holen Sie sich bei einer Erziehungsberatungsstelle oder bei dem Jugendamt in Ihrer Nähe Rat und Hilfe.

Ganz anders ist es, wenn es sich um Verhaltensweisen handelt, die unter dem Begriff der Gewaltkriminalität (zum Beispiel Raub, Vandalismus, Körperverletzung, Mord, Totschlag) oder dem der Beschaffungskriminalität (vor allem Raub, Einbruch oder Diebstahl, um Geld für "Stoff" zu besorgen oder Medikamente und Rezepte) zusammengefasst werden.

Wenn das bei einer Reihe von Jugendlichen in Mode gekommene "Jacken abziehen" oder das Besprühen von Wänden (Graffiti) als Straftat eine andere Qualität hat als ein Tankstellenraub, so ist doch jede Art von Fehlverhalten sehr ernst zu nehmen.

Auf keinen Fall dürfen "leichtere" Vergehen, auch wenn sie jugendlicher "Unausgegorenheit" entsprungen sind, stillschweigend hingenommen werden. Schon allein deshalb nicht, weil es immer auch ein Opfer gibt, das die Tat des anderen als einen massiven Eingriff in seine Privatsphäre erleben kann.

Wurde Ihrem Kind zum Beispiel seine Jacke, sein Geldbeutel oder Ähnliches abgenommen oder wurde es verprügelt, schützen Sie es, indem Sie die Tat anzeigen. Auch wenn Sie oder Ihr Kind Angst vor "Rache" haben, Folgetaten können nur verhindert werden, wenn die Täter wissen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat.

Der Begriff der Beschaffungskriminalität wird nur in Zusammenhang mit Drogen gebraucht. Es geht hier um Diebstahl von Geld, um sie dafür kaufen zu können oder auch um Einbrüche in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser, um so an Medikamente oder Rezepte zu kommen, mit deren Hilfe sie besorgt werden können. Diese Delikte werden vorwiegend von Rauschgift- bzw. Medikamentenabhängigen begangen.

Haben Sie nur den leisesten Verdacht, dass Ihr Kind auf irgendeine Weise damit zu tun hat, entweder weil es

  • Erfahrungen mit Drogen sammeln will,
  • bereits abhängig ist,
  • von anderen unter Druck gesetzt wird, zum Beispiel aus der Praxis oder der Apotheke der Eltern Medikamente oder Rezepte zu entwenden,

schreiten Sie sofort ein. Beteuerungen Ihres Kindes, dass "alles nur halb so schlimm ist" mögen so gedacht sein. Seien Sie trotzdem äußerst aufmerksam gegenüber seinem Verhalten und lassen Sie sich in jedem Fall in einer Drogenberatungsstelle beraten!