Sie sind hier: Startseite << Kinder << Bis zur Volljährigkeit << FSJ / FSÖ

Rat und Hilfe vor Ort:

 

Baustelle  Dieser Text wird aufgrund rechtlicher Änderungen überarbeitet

FSJ / FÖJ

Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Die Frage, wie es dann weitergehen soll, wird immer dringender. Die Entscheidung für eine Berufsrichtung ist schwer. Auch wenn heute ohne weiteres im Laufe des Berufslebens Wechsel stattfinden können. Einmal ausgebildet, ist man längst nicht mehr für den Rest seines Lebens festgelegt. Auch Fehlentscheidungen lassen sich korrigieren.

Und doch fühlt sich mancher junge Mensch am Ende seiner Schulzeit überfordert, wenn er eine Berufswahl treffen soll. Der eine oder andere möchte einfach erst einmal in das Arbeitsleben hineinschnuppern, dort Erfahrungen sammeln. Die helfen ihm schließlich auch dabei, zu erkennen, wo seine Fähigkeiten und Interessen liegen. Wenn man sie kennt, lässt sich leichter eine Berufswahl treffen.

Dem jungen Mann wird im Allgemeinen von Haus aus ein Aufschub gewährt (vorausgesetzt, er ist volljährig). Er muss erst einmal seinen Wehr- oder Ersatzdienst ableisten. In dieser Zeit kann er Erfahrungen sammeln, die ihm ein Jahr später die Berufswahl vielleicht erleichtern.

Für junge Frauen und Männer gibt es eine andere Möglichkeit. Das so genannte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Innerhalb dieses Jahres können junge Menschen den Berufsalltag kennen lernen. Sie können zu einer Orientierung finden und sich ausprobieren. Darüber hinaus leisten sie einen gesellschaftlichen Beitrag. Sie tun nicht nur etwas für sich, sondern auch für andere.

Die Teilnahme an einem FSJ/FÖJ kann auch eine sinnvolle Überbrückung von Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz sein.

Seit 2002 können anerkannte Zivildienstleistende anstelle des Ersatzdienstes einen Freiwilligendienst (FSJ/FÖJ) bei einem dafür anerkannten Träger ableisten. Er dauert 12 Monate.

Freiwilliges Soziales Jahr – was heißt das?
Freiwilliges Ökologisches Jahr – was bedeutet das?
Was bietet das FSJ/FÖJ sonst?

Freiwilliges Soziales Jahr - was heißt das?

Das FSJ wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

Es ist eine Einrichtung, die Jugendlichen nach Abschluss ihrer Schulzeit zwischen Schule und Ausbildung ermöglicht, Praxis zu erleben

  • in einem Krankenhaus,
  • einem Alten- und Pflegeheim,
  • einem Kinderheim, Kindergarten, Hort, einer Kindertagesstätte,
  • einer Einrichtung für behinderte Menschen,
  • in einer Sozialstation,
  • bei einem mobilen sozialen Dienst.

In diesen Einrichtungen bekommen junge Menschen Einblick in soziale Berufsfelder. Hier können sie sinnvolle Hilfe leisten, indem sie Menschen unterstützen, die sie brauchen - Kranke, Kinder, Alte und Behinderte.

Das FSJ dauert in der Regel bis zu zwölf mindestens aber sechs Monate.

Seit 2002 besteht für bayerische Jugendliche die Möglichkeit, das FSJ auch in der Jugendarbeit des Sports sowie im kulturellen Bereich abzuleisten.

So kommen zum Beispiel als Einsatzstelle im Sport infrage:

  • Sportvereine und Einrichtungen, die regelmäßig Spiel-, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren;
  • soziale Einrichtungen, die überwiegend sportliche Jugendarbeit leisten (zum Beispiel Bewegungskindergärten, Jugendferiendörfer). So kommen zum Beispiel als Einsatzstelle im kulturellen Bereich infrage:
  • Bibliotheken,
  • Museen,
  • Einrichtungen der Denkmalpflege.

Vorausgesetzt wird immer, dass die Einrichtungen vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen als Träger für das FSJ anerkannt sind.

Freiwilliges Ökologisches Jahr - was bedeutet das?

 Das FÖJ wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen gefördert.

Es ist eine Einrichtung, die Jugendlichen nach Abschluss ihrer Schulzeit im Übergang zur Ausbildung ermöglicht, sich für die Umwelt zu engagieren.

Einsatzstellen mit dem Schwerpunkt Umwelt und Naturschutz oder Umweltbildung bieten ein vielfältiges Betätigungsfeld für junge Menschen, die

  • ein grundsätzliches Interesse an ökologischen Fragen haben,
  • Wartezeiten auf einen Lehrstellen- oder Studienplatz überbrücken wollen.

Über abwechslungsreiche Tätigkeiten in Einrichtungen des Natur- und Umweltschutzes oder Umweltbildung wird

  • das Verständnis für ökologische Zusammenhänge gefördert,
  • die Freude an der Natur vertieft,
  • die Bereitschaft, sich für den Umweltschutz zu engagieren, geweckt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines FÖJ unterstützen durch ihre Mitarbeit ökologische Projekte. Sie übernehmen praktische Hilfstätigkeiten und arbeiten in manchem Einsatzbereich weitgehend selbständig.

Das FÖJ dauert in der Regel 12, mindestens aber sechs Monate.

Was bietet das FSJ/FÖJ sonst?

Während der Zeit als FSJler/FÖJler

  • wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein monatliches Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung geboten;
  • werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer pädagogisch begleitet (während des Jahres finden fünfmal 5-tägige Seminare statt; hier können Erfahrungen ausgetauscht, die praktische Arbeit überdacht werden);
  • besteht für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vollständiger Sozialversicherungsschutz,
  • besteht Urlaubsanspruch,
  • erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen FSJ/FÖJ-Ausweis sowie eine Bescheinigung zur Inanspruchnahme von Vergünstigungen.

Am Ende des Jahres wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt.

Für einige Berufausbildungen (soziale bzw. ökologische) wird das FSJ/FÖJ als Vorpraktikum anerkannt.