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Smartphone und Handy

Das Smartphone ist für Kinder und Jugendliche viel mehr als nur ein Telefon. Fast alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland verfügen über ein Handy/Smartphone und das mobile Telefon ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Waren Handys früher rein zum Telefonieren und dem dem Versenden kurzer Sprachnachrichten da, vereinen die heutigen Smartphones aufgrund ihrer technischen Ausstattung viele Funktionen in einem (Kamera, mp3-Player, Navigationssystem, Massenger, Nachrichten, Streaming) und sind vor allem für Jugendliche nicht selten auch Statussymbol für das Erwachsensein und ein wichtiges Lifestyle-Accessoire.

Die Nutzung des Smartphones bietet neben vielen Vorteilen aber auch Möglichkeiten des Missbrauchs.
Sie sollten deshalb Interesse an der Mediennutzung Ihrer Kinder zeigen, indem Sie zum Beispiel die Technik und die Vielfalt der Anwendungen (Apps), sowie die Vor- und Nachteile des Smartphones mit Ihren Kindern diskutieren.

Was sind die Vorteile der Smartphonenutzung?
Was sind mögliche Risiken der Smartphonenutzung?
Was ist „Happy Slapping“ und „Cybermobbing“?
Welche finanziellen Risiken gibt es bei der Smartphonenutzung?
Wie schütze ich mein Kind vor Risiken?
Weiterführende Links zum Thema Smartphone

Was sind die Vorteile der Smartphonenutzung?

Moderne Kommunikation ohne Smartphone ist heute weder für Kinder- und Jugendliche noch für Erwachsene denkbar. Die unbestrittenen Vorteile des Handys liegen zum Beispiel in der Erreichbarkeit von Familienmitgliedern untereinander, dem erhöhten Sicherheitsgefühl, Notruffunktion und den vielfältigen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung.

Das Smartphone ist bei Jugendlichen fester Bestandteil ihrer Kommunikation und ihrer sozialen Vernetzung.
Kinder und Jugendliche vertreiben sich auch gern einfach die Zeit, indem sie Spiele, Musik und kreative Möglichkeiten des Handys nutzen.

Was sind mögliche Risiken der Smartphonenutzung? 

Leider ist auch die Nutzung des Handys, wie die Nutzung anderer Medien, nicht frei von Risiken.

Die Frage, ob Smartphones gesundheitliche Risiken bergen, ist immer noch nicht geklärt. Jedoch senden ältere Handys mehr Strahlung aus als neuere Modelle. Daher sollten Sie Ihre ausgedienten Handys lieber nicht an Ihre Kinder weitergeben.

Aber in der Regel gilt: Nicht das Gerät an sich ist das Problem, sondern der manchmal problematische Umgang damit. So spielt das Handy beim Thema Gewalt unter Kindern und Jugendlichen immer dann eine Rolle, wenn die eigentlich guten Eigenschaften und technischen Möglichkeiten des Handys bewusst zur Übertragung und Verbreitung von Gewalt benutzt werden. So finden sich mit dem Handy produzierte Filme, die Gewalt darstellen, im Internet und auf den Handys von Kindern und Jugendlichen. Aufgrund der schnellen Übertragungswege können solche Inhalte in kürzester Zeit weit verbreitet werden, indem sie zum Beispiel auf YouTube laufen.

Auch das Herumzeigen von Fotos und Videos, die andere Menschen in peinlichen oder herabwürdigenden Situationen darstellen, sind auf Schulhöfen an der Tagesordnung, wozu auch Darstellungen so genannter „Tasteless“ Bilder von Unfällen oder Verletzungen zählen. Aber auch Tötungsszenen oder Gewaltpornografie etc. werden nicht selten auf diese Weise verbreitet.

Beinahe 100 Prozent der über 14-Jährigen besitzen ein Handy und fast jedes Kind und jeder Jugendliche kennt Bilder und / oder Videos mit problematischen Inhalten!

Was sind “Happy Slapping“ und “Cybermobbing”?

“Happy Slapping“ heißt auf Deutsch “fröhliches Ohrfeigen; fröhliches Zuschlagen“. Echte oder auch gespielte Schlägereien werden dabei häufig mit dem Handy gefilmt und dann ins Internet gestellt. Für die betroffenen Personen bedeutet das Schikane und seelisches Leid. Häufig werden willkürlich unbekannte Personen ausgewählt. Es werden aber auch Mitschüler und -schülerinnen derart gedemütigt. Untersuchungen zeigen, dass fast jedes Kind in Deutschland solche Videos kennt.

Von Cyber-Mobbing spricht man, wenn jemand absichtlich, über längeren Zeitraum mittels der modernen Kommunikationstechnologien (Handy, Internet) beleidigt, belästigt, bedroht o.ä. wird.

Es gibt oft einen Zusammenhang zwischen klassischem Mobbing und Cyber-Mobbing. Viele Mobbing-Opfer sind auch Opfer im Netz, d.h. das Netz fungiert lediglich als „verlängerter Arm“ des realen Mobbings. Durch die Verbreitung im Netz per Chat, Handy etc. ist Cyber-Mobbing unabhängig von Zeit und Ort, es verbreitet sich unkontrollierbar über die Schule hinaus und man hat keinerlei Kontrolle mehr über die Daten.

Was tun wenn?

  • Herausfinden, wer mobbt, nicht tatenlos zusehen und sich evtl. Hilfe von Fachkräften (Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter ) holen
  • Keine Antworten auf beleidigende Nachrichten senden
  • Den „Bully“ (= der Störenfried) durch die Funktion „ignorieren“ oder „sperren“ ausschließen. Die meisten Anbieter haben einen Melde-Button, bei dem solche Vorfälle gemeldet werden können.
  • Im schlimmsten Fall, wenn alle anderen Versuche erfolglos waren, kann man sich auch professionelle rechtliche Hilfe holen bzw. Anzeige bei der Polizei erstatten, da Cyber-Mobbing oft auch strafrechtliche Relevanz hat.

Neben der unmittelbaren Reaktion auf Cyber-Mobbing sind hier Schule und Elternhaus gleichermaßen gefordert, dieser Art des Mobbings entgegenzutreten.
Der Erwerb von Medienkompetenz und die Thematisierung der Risiken im Schulunterricht und in der Familie können dabei präventiv wirken.

Welche finanziellen Risiken gibt es bei der Smartphonenutzung?

Finanzielle Risiken lassen sich wohl am besten durch die Benutzung eines Wertkartenhandys (Prepaid-Karte) anstelle eines Vertragshandys verhindern.
Damit hat der Handybesitzer die Kontrolle über die Kosten, es fallen keine monatlichen Grundgebühren an und man kann selber über die Höhe des Kartenguthabens entscheiden.

Mögliche Kostenfallen sind zum Beispiel "Handy Payments" und "In-App-Käufe":
Viele Produkte und Angebote können heute bereits per Handy bezahlt werden. So können u.a. Fahrkarten und Spiele per Smartphone bezahlt werden und in bestimmten Apps besteht die Möglichkeit, kostenpflichtige Erweiterungen zu erwerben. Hier verliert man sehr schnell den Überblick über die Höhe der Kosten. Diese Funktion kann im Smartphone deaktiviert werden.

Kleine Programme, die bequem und schnell auf die modernen Smartphones geladen werden können, nennt man Apps. Viele dieser Apps haben eine so genannte „Push-Funktion“, die für eine ständige Internetverbindung sorgt, um den Nutzer zum Beispiel über neue E-Mails oder Nachrichten zu informieren. Sofern die Internetverbindung pro Minute abgerechnet wird, entsteht auf diese Weise eine Kostenfalle. Auch diese Funktionen kann deaktiviert werden, was bei Kindern und Jugendlichen zu empfehlen ist.

Auch gegenüber Lockanrufen und Abonnements sollten Sie misstrauisch sein. Für bestimmte Dienste wie zum Beispiel Auskunft, Wettervorhersage, Stau-Info oder Flirtlines gelten in vielen Fällen nicht die normalen Tarife. Dadurch kann eine SMS oder ein Anruf gleich mehrere Euros kosten. Insbesondere die Kontakt-Dienste, die mit dem Kennenlernen neuer Freunde oder Bekanntschaften werben, sind für Jugendliche sehr reizvoll. Das wissen auch unseriöse Anbieter. Sie vermitteln Jugendlichen den Eindruck, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. Dabei sollen möglichst viele SMS an den scheinbar interessanten Kontakt verschickt werden. Beantwortet werden die Nachrichten jedoch von Profis, die ausschließlich an den hohen Gebühren interessiert sind. Deshalb sollten anonyme SMS nicht beantwortet und unbekannte Telefonnummern nicht zurückgerufen werden.

Unvorsichtiges Telefonverhalten wie zu lange Gespräche über das Handy oder Auslandstelefonate, sowie die Nutzung teurer Sonderrufnummern und Premium SMS sorgt natürlich auch beim Kartenhandy schnell für den Verbrauch des Guthabens, aber die Kosten können nicht ins Uferlose laufen, wie das beim Vertragshandy oft der Fall ist.

Wie schütze ich mein Kind vor Risiken?

Das Deaktivieren einzelner Funktionen sowie der Kauf von Wertkartenhandys sind sinnvolle Maßnahmen, um die Risiken der Handynutzung zu verringern. Sie ersetzen jedoch nicht die Aufklärung und das Gespräch mit Ihrem Kind.

Reden Sie mit ihm darüber, erklären Sie Ihrem Kind – seinem Alter entsprechend – worauf es beim Umgang mit dem Handy achten muss. 
Nur so können Sie verhindern, dass es „blind“ in eine Falle tappt! Etwa die SMS eines Fremden beantwortet oder eigenen Daten, wie Fotos unüberlegt weiterreicht. Machen Sie auf die Gefahren aufmerksam und stellen Sie Verhaltensregeln auf.

Der beste Schutz gegen die Gefahren der Mobiltechnik ist ein verantwortungsvolles Nutzungsverhalten. Verbote und Sperren allein werden nicht ausreichen, da sie die vielen Möglichkeiten der Handynutzung für Ihr Kind nur umso interessanter machen werden. Zudem führen Neugier und der Austausch mit Freunden dazu, dass sich Ihr Kind schnell zum echten „Handyexperten“ entwickelt. Über aktuelle Trends, technische Neuheiten und Erweiterung wird ihr Kind wahrscheinlich stets informiert sein. Für Eltern ist dadurch eine ständige Überprüfung kaum möglich.
Letztendlich ist auch der Umgang mit dem SmartphoneTeil einer immer wichtiger werdenden Medienerziehung.


Weiterführende Links zum Thema Smartphone:

www.klicksafe.de  
www.handy-in-kinderhand.de  

Ratgeber des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/handy-ohne-risiko-broschuere,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf