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Werbung

Wer ärgert sich nicht über die vielen Werbe-Unterbrechungen bei einem spannenden Film oder darüber, dass man in manchen Zeitschriften die Artikel regelrecht zwischen den Glanzseiten der Werbung suchen muss? Werbung erreicht uns alle über das Fernsehen, das Radio oder das Plakat am Straßenrand. Sie gehört unausweichlich zu unserem Alltag, wir können ihrem Einfluss nur bedingt entgehen.

Und sie hat zielstrebig auch unsere Kinder erreicht, hat über die Medien Einzug im Kinderzimmer gehalten. Diese Tatsache zwingt Eltern, sich mit dem Einfluss von Werbung auseinander zu setzen.

Werbung, die sich zielgerichtet an Kinder und Jugendliche wendet und deren Unerfahrenheit auszunützen versucht, ist ebenso verboten wie Werbung im Umfeld von Kindersendungen. Aber was nützt das? Schlaue Werbestrategen finden immer wieder Mittel und Wege, diese Bestimmungen zu umgehen und ihre Zielgruppe trotzdem zu erreichen.

Es geht ja auch um viel Geld. Kinder und Jugendliche verfügen heute über nicht unerhebliche Geldmengen, die es gilt auszugeben. Und wofür - das will Werbung ihnen sagen.

Wie beeinflusst Werbung Kinder und Jugendliche?
Tipps zum Umgang mit Geld und Werbung?
Wie gehe ich mit dem Problem um?

Wie beeinflusst Werbung Kinder und Jugendliche?

Im Prinzip funktioniert das wie bei Erwachsenen: Werbung gaukelt eine schöne, bunte Welt vor, in der es die tollsten Sachen gibt. Sie verknüpft wunderbare Zustände wie Glück, Erfolg, Beliebtheit, Selbstbewusstsein mit bestimmten Produkten.

Kinder auf der Suche nach Orientierung und persönlicher Anerkennung sind da leichte Opfer. Beliebt sind Vorbilder, die Stärke, Mut und Heldentum bei Jungs oder Schönheit, Luxus und Akzeptanz bei Mädchen verbinden. Tragen diese Vorbilder dann Schuhe einer bestimmten Marke oder benutzen eine bestimmte Kosmetik, funktioniert die Verbindung bereits. Der Wunsch ist geweckt, das Produkt ebenfalls besitzen zu wollen, um ähnlich cool zu sein. Die Produktpalette ist riesig.

Verstärkt wird der Zwang, bestimmte Markenartikel haben zu wollen, dadurch, dass womöglich "alle anderen" in der Klasse ihn auch haben.

Die Zielgruppe wird immer jünger. Bereits Vorschulkinder sind vor allem über das Fernsehen der Werbung ausgesetzt. Sie können noch nicht unterscheiden, ob das "Versprochene" überhaupt realistisch ist.

Tipps zum Umgang mit Geld und Werbung

  • Überlegen Sie Einkäufe und Anschaffungen mit Ihrem Kind vorher. Spontankäufe verführen zu unüberlegtem Handeln!
  • Vergleichen Sie die Preise und üben Sie das mit Ihrem Kind.
  • Sagen Sie ruhig nein, wenn Artikel überteuert oder von schlechter Qualität sind, und erklären Sie Ihrem Kind, warum.
  • Wenn Sie mit Ihrem Kind einkaufen gehen, zahlen Sie bar, das schafft mehr Übersicht.
  • Reden Sie mit Ihrem Kind über die Idealvorstellungen in der Werbung, und dass es die Erfüllung in der Wirklichkeit nicht gibt.
  • Machen Sie altersgemäß deutlich, wie Werbestrategien funktionieren.

Wie gehe ich mit dem Problem um?

Spätestens, wenn Sie den oft nachhaltig und ausdauernd vorgetragenen Kinderwünschen ausgesetzt sind, sei es an der Supermarktkasse oder im Spielzeugladen, ist es an der Zeit zu reagieren.

Nachdem Sie um Werbung - realistisch betrachtet - nicht herumkommen, müssen Sie mit Ihrem Kind ernsthaft reden. Klären Sie es altersgemäß über die Ziele und Verführungen der Werbung auf.

Eine gesunde Skepsis und ein gutes Selbstbewusstsein sind der beste Schutz.