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Erste Liebe

Nicht jeder erlebt seine erste Liebe auf die gleiche Weise. Aber die erste Verliebtheit, der erste Kuss bzw. das erste „Ich liebe dich“ bedeutet für jeden Menschen eine einmalige und intensive Erfahrung, die den jungen Menschen prägt und an die er sich sein Leben lang erinnert.

Viele Eltern fürchten sich ein wenig vor dem Moment, in dem ihr Nachwuchs sich zum ersten Mal verliebt. Das heranwachsende Kind stürzt in eine ihm bis dahin unbekannte Gefühlswelt. Für Sie als Eltern ändert sich ebenfalls einiges. Die erste Liebe im Leben Ihres Kindes zeigt Ihnen deutlicher als zuvor, dass Ihr Kind nun mehr und mehr eigene Wege geht. Während Sie einerseits loslassen müssen, braucht Ihr Kind andererseits Ihre Begleitung.

In welchem Alter ist es eigentlich normal, sich das erste Mal richtig zu verlieben?
Woran erkenne ich, dass mein Kind ernsthaft verliebt ist?
Wie reagiere ich am besten, wenn mein Kind seine erste Liebesbeziehung hat?
Ist es normal, wenn ich auf den Partner meines Kindes eifersüchtig bin?
Was können wir tun, wenn unser Kind nur noch seine Liebe im Kopf hat und alles andere vernachlässigt?
Wie soll ich mich verhalten, wenn mir der Partner meines Kindes nicht passt?
Wie kann ich meinem Kind bei Liebeskummer helfen?
Was ist, wenn der Schwarm meines Kindes öfter wechselt?
Was mich ich bei der Verliebtheit über das Internet beachten?
 

In welchem Alter ist es eigentlich normal, sich das erste Mal richtig zu verlieben?

Bereits im Grundschulalter können Kinder eine so große Zuneigung zu einem Freund oder zu einer Freundin entwickeln, dass viele Eltern hier durchaus schon von erster Verliebtheit sprechen. Dabei spielt jedoch der Wunsch nach Sexualität noch keine Rolle. Diese Verliebtheit bei kleineren Kindern sucht vor allem die Nähe des Anderen, man fühlt sich wohl miteinander und teilt die gleichen Interessen.

Das eigentliche Gefühlschaos beginnt dann meistens erst mit der Pubertät, wenn die Hormonumstellung im Körper einsetzt und das andere Geschlecht zunehmend interessanter wird. Bei Heranwachsenden kann eine erste große Liebe zunächst nur eine romantische Anhimmelei sein, zum Beispiel bei einem unerreichbaren Popstar, Schauspieler oder Lehrer. Irgendwann folgen die ersten Gehversuche in Sachen Liebes“beziehung“ - bei dem einen Kind früher, bei dem anderen auch erst gegen Ende der Pubertät.

Den „richtigen“ Zeitpunkt, zu dem ein Jugendlicher seinen ersten Freund oder seine erste Freundin hat, gibt es nicht. Er hängt vielmehr von vielen verschiedenen Faktoren ab. Körperliche Entwicklung und auch die Interessen in der Freizeit haben Einfluss darauf. Wenn ein Junge und ein Mädchen dann „miteinander gehen“, so bedeutet dies nicht automatisch, dass sie schon sexuelle Kontakte miteinander haben. Die erste Liebe hat meist noch viel mit Romantik zu tun.

Woran erkenne ich, dass mein Kind ernsthaft verliebt ist?

Eines Tages ist es soweit: Ihr Kind schwärmt beispielsweise von seinem oder seiner neuen Klassenkameraden bzw. -kameradin. Viele Eltern spüren sofort, wenn das eigene Kind verliebt ist. Manche Jugendliche erzählen den Eltern von ihren Empfindungen. Oft aber teilen selbst Kinder, die ein ansonsten offenes Verhältnis zu ihren Eltern haben, ihre Verliebtheit nicht unbedingt mit. Das sollte Sie als Eltern nicht beunruhigen. Zudem hat Ihr Kind Recht auf seine Privatsphäre.

Die erste Liebe entgeht den meisten Eltern aber trotzdem nicht, denn es gibt zahlreiche Anzeichen: Wenn plötzlich alles, was bisher im Leben Ihres Kindes eine wichtige Rolle gespielt gespielt hat, unwichtig zu werden scheint und Freunde, Hobbies und auch die Schule in den Hintergrund treten, so kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Kind sich verliebt hat. Wenn Ihre Tochter auf einmal Parfum benutzt oder Ihr Sohn sich rasiert, wenn das Telefon stundenlang besetzt ist, das Taschengeld plötzlich nicht mehr reicht oder Ihr Kind nur noch unterwegs ist, wenn eine SMS nach der anderen kommt oder Ihr Kind nur noch am Computer im Chat verbringt, so können dies Anzeichen dafür sein, dass es verliebt ist.

Ihr Kind wird mit vielen unterschiedlichen und intensiven Gefühlen konfrontiert, die sich alle auf den Jungen oder das Mädchen seiner Wahl richten. Der Zustand des Verliebtseins gleicht einer Sucht, die an erster Stelle befriedigt werden muss. Alles andere rückt zunächst mal in den Hintergrund.

Wie reagiere ich am besten, wenn mein Kind seine erste Liebesbeziehung hat?

Der Umgang mit der ersten Liebe des eigenen Kindes hängt meist davon ab, wie die Eltern selbst die erste Liebe in Erinnerung behalten haben. Wenn es beispielsweise der Mutter als junge Verliebte gut gegangen ist, kann sie sich besser mit der Tochter freuen als eine Mutter, die bei der ersten Liebe hauptsächlich unangenehme Erfahrungen gemacht hat, da sie ihre Tochter vor ähnlichen Erfahrungen beschützen möchte. Oft werden aus dieser Angst Reglementierungen bis hin zu Verboten ausgesprochen, sich mit dem neuen Freund zu treffen.

Elternteile, die ihre erste Liebe mit Enttäuschung und Herzschmerz verbinden, neigen manchmal auch dazu, über die oder den Auserwählten Ihres Kindes abfällig zu reden oder ihr im siebten Himmel schwebendes Kind mit Kommentaren wie „Glaub ja nicht, dass das so bleibt“ oder „Du wirst schon sehen, das hält nicht ewig,“ zu verunsichern. Selbst wenn Sie versuchen, gelassen mit dem Thema umzugehen, können solche Bemerkungen schon mal heraus rutschen.

Lustig machen und Verspötteln der ersten Liebe Ihres Kindes, auch das Bloßstellen vor Anderen wie „Wisst ihr eigentlich schon, dass unser Sohn verliebt ist?“ erzeugen bei Ihrem Kind Schamgefühle und verletzen es. Daher sollten Sie sich mit abwertenden Kommentaren unbedingt zurückhalten.

Jugendliche nehmen ihre erste Liebe sehr ernst. Wenn Ihr Kind sich, egal in welchem Alter, Ihnen damit anvertraut und Sie als Eltern kein Verständnis für die Intensität seiner Gefühle zeigen, die in der Phase des Heranwachsens besonders empfindlich sind, können Sie die Beziehung zu Ihrem Kind nachhaltig schädigen.

Eltern können ihrem Kind besser helfen, sich in dieser zunächst außergewöhnlichen Situation zurecht zu finden, wenn sie sich selbst zurück erinnern. Werden Sie sich darüber bewusst, wie sehr die eigene Erinnerung an die jugendliche Liebe Ihr heutiges Verhalten und die Ängste und Sorgen gegenüber dieser ersten Beziehung des Kindes prägen. Freuen Sie sich, wenn die erste Liebe Ihres Kindes erwidert wird und Ihr Kind keinen Liebeskummer leiden muss.

Die ersten positiven Liebeserfahrungen können Sie begleiten, so dass Ihr Kind sich auch im Erwachsenenalter immer gerne an seine erste große Liebe erinnern wird. Sie werden als Rat gebende Person von Ihrem Kind ernster genommen, wenn Sie aus der Vergangenheit plaudern, Sie können ihm Tipps geben, wie es sich dem Schwarm annähern kann und finden ernsthaftes Vertrauen, wenn Sie von Ihrem eigenen ersten „Herzschmerz“ berichten. Das kann auch ein guter Gesprächseinstieg sein, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sich mit seinen Liebesangelegenheiten oder Liebeskummer zu sehr abkapselt.

Als Mutter und Vater ist man sich aber auch immer darüber bewusst, dass das heranwachsende Kind eines Tages Zärtlichkeit und Geborgenheit auch über die Familie hinaus suchen wird. Durch Ihre sexuelle Aufklärung sollte daher Ihr Kind auf sein wachsendes Interesse am anderen Geschlecht gut vorbereitet sein.

Ist es normal, wenn ich auf den Partner meines Kindes eifersüchtig bin?

Wenn zwei Jugendliche eine Beziehung eingehen, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass sie emotional neue Wege beschreiten. Sie lösen sich mehr und mehr von Ihnen als Eltern. Plötzlich taucht im Leben Ihres Kindes ein wildfremder Mensch und schafft es, dessen Herz und Verstand vollkommen zu erobern. Aus Sicht des Kindes ist dieser Mensch der Beste, Schönste, Klügste. Er weiß angeblich alles, hat auf alles eine Antwort und ist grundsätzlich meinungsbildend. Wenn Sie feststellen, dass das eigene Kind hoffnungslos verliebt ist, wenn Sie es vielleicht Händchen haltend irgendwo entlang schlendern sehen, spüren Sie möglicherweise ganz plötzlich den anstehenden Generationswechsel.

Manchmal können Eltern daher die Freude ihres Kindes in diesem Moment nicht recht teilen. Gedanken wie: „Ich kenne doch diesen Jungen oder dieses Mädchen überhaupt nicht“ oder „Wieso schon so früh?“ gehen Ihnen spontan durch den Kopf. Besser ist es, wenn man solche Gedanken dem Kind gegenüber nicht ausspricht. Es ist ganz normal, wenn Sie mit ein wenig Wehmut auf das junge Paar blicken. Schließlich nimmt nun eine andere Person und nicht mehr Sie als Eltern beim Kind den höchsten Stellenwert in Sachen Beziehung ein.

Wenn Ihre eigene Beziehung stabil und erfüllt ist und Sie in der Abnabelung des Kindes vom Elternhaus die Chance sehen können, sich selbst wieder mehr als Paar zu begreifen und nicht nur als Eltern in einer dauerhaften Verantwortungsstellung, so können Sie Ihrem Kind den Schritt in die emotionale Selbstständigkeit erleichtern.

Manchmal haben Väter aber Angst davor, ihre Tochter an einen anderen Mann zu verlieren. So wird der Freund der Tochter zum Konkurrenten. Vor allem Väter, die in der Pubertät ihrer Töchter häufig an erster Stelle stehen, empfinden das Erscheinen des ersten männlichen Partners außerhalb der Familie oft als eine Entthronung. Daher fallen ihnen viele Gründe ein, warum der Partner der geliebten Tochter nicht der Richtige sein kann. Hinter allen angebrachten Vorbehalten, Sorgen und Befürchtungen steckt meist nichts anderes als die pure Eifersucht auf den jungen Mann. Wenn sie jedoch versuchen, ihr Kind von der Liebe abzubringen, werden die egoistischen Motive, die dahinterstehen, vom Kind meist durchschaut. Dann kann es passieren, dass aus dem verständnisvollen Freund und Vater ein Gegner wird.

Manchmal wird auch die Partnerin des Sohnes von der Mutter als Konkurrentin empfunden, die man auf Distanz halten möchte. Vor allem Alleinerziehende, die nun plötzlich auf die gewohnte enge Gemeinsamkeit mit ihren Kindern verzichten müssen, können oft nur schwer die Nähe eines anderen Menschen zulassen.

Eifersuchtsgefühle bei Eltern sind ganz normal. Wenn man sein Kind an einen anderen Menschen „abgibt“, gibt man ihn gewissermaßen auch in dessen Obhut. Glück und Unglück des eigenen Kindes liegen nun in den Händen eines meist unerfahrenen jungen Menschen. Zärtlichkeiten von Seiten der Eltern werden nun vom Kind vielleicht nicht mehr angenommen. Je mehr Sie versuchen, Ihrem Kind seine Beziehung auszureden, desto größer wird die Kluft zwischen Ihnen. Wenn Sie als Mutter und Vater jedoch ihre Gefühle als normal zulassen, so werden Sie und Ihr Kind gut mit der neuen Beziehung, die letztlich die ganze Familie betrifft, umgehen können.

Was können wir tun, wenn unser Kind nur noch seine Liebe im Kopf hat und alles andere vernachlässigt?

Für Ihr Kind ist es zunächst mal schwierig, sich seinem Schwarm überhaupt zu nähern und das kann alle Energien kosten. Auf der Strecke bleiben dabei oft Schule, Familie und andere Verpflichtungen. Alles konzentriert sich nun beim Jugendlichen auf die neue Liebe.

Ein toleranter Umgang mit der Beziehung Ihres Kindes bedeutet nicht, dass Sie alles bedenkenlos hinnehmen müssen. Ihre Einwände sollten Sie jedoch so äußern, dass bei Ihrem heranwachsenden Kind nicht sofortige Ablehnung hervorgerufen wird, sonst versperren Sie sich den Weg zum weiteren offenen Gespräch. Stellen Sie möglichst Fragen anstatt zu kritisieren. Gehen Sie damit nur so weit, dass Ihr Kind Ihr ehrliches Interesse an seinem Gefühlsleben spürt und nicht glauben muss, ausgehorcht zu werden.

Es ist hilfreich, sich in einer ruhigen Minute hinzusetzen, um gemeinsame Regeln aufzustellen, die es den Eltern und dem betroffenen Kind erleichtern, die neue Situation in den Familienalltag zu integrieren und an die sich die Eltern und das Kind halten müssen. Das können zum Beispiel folgende Regeln sein: Während der Woche muss das Kind spätestens um 20 Uhr zuhause sein, die Eltern dürfen niemals das Tagebuch ihres Teenagers anrühren, der Freund oder die Freundin wird bei Abwesenheit der Eltern nicht heimlich mitgebracht, sondern es wird darüber vorher gesprochen, wichtige Termine müssen eingehalten werden usw.

Wie soll ich mich verhalten, wenn mir der Partner meines Kindes nicht passt?

Eltern fällt es immer schwer, sich aus der Beziehung ihres Kindes herauszuhalten, wenn sie glauben, dass der Partner oder die Partnerin einen schlechten Einfluss haben könnte. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Nachwuchs durch den Umgang mit seinem Freund oder seiner Freundin zu verrückten Ideen, wie Schule schwänzen etc. angeleitet wird, so werden Sie nicht weiterkommen, wenn Sie versuchen, die Ihnen nicht genehme Beziehung zu sprengen. Mit Angriffen, Vorwürfen und strengen Strafmaßnahmen werden Sie den Konflikt eher verstärken. Direkt eingreifen können Sie nur, wenn Sie beispielsweise Drogenkonsum oder andere kriminelle Aktivitäten entdecken, beziehungsweise eindeutig andere Menschen und Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Manchmal versuchen Eltern das Interesse des Kindes auf einen anderen möglichen Partner zu lenken, sei es der nette Sohn der Freundin der Mutter oder die Tochter der Nachbarin. Meistens werden solche scheinbar harmlosen Ablenkungsmanöver vom Nachwuchs sofort als Versuch die aktuelle Beziehung zu unterbinden entlarvt.

Es mag zwar schwierig sein, nicht eingreifen zu können, wenn man das eigene Kind in einer Partnerschaft auf Irrwegen vermutet, aber wenn Sie den Kontakt zu Ihrem Kind nicht völlig verlieren möchten, sollten Sie vertretbare Zugeständnisse machen. Statt Vorwürfe zu machen, können Sie Gesprächsbereitschaft und Anteilnahme zeigen wo Ihr Kind Sie braucht. Laden Sie den Partner Ihres Kindes so oft wie möglich zu Ihnen nach Hause ein und versuchen Sie ihn so besser kennen zu lernen. Manchmal stellt sich bei genauer Betrachtung heraus, dass hinter einem Jugendlichen, der nach außen hin wirkt, als habe er den Kopf voller Flausen, eigentlich ein ganz netter Kerl steckt. Vielleicht entdecken auch Sie, was Ihr Sohn oder Ihre Tochter an diesem Menschen so fasziniert. Je besser Sie den Partner Ihres Kindes kennen, desto mehr Gesprächsstoff haben Sie auch mit ihm zu diesem Thema.

Wie kann ich meinem Kind bei Liebeskummer helfen?

So berauschend die erste Liebe eines Jugendlichen ist, so intensiv und Besitz ergreifend kann auch der Liebeskummer sein, sei es, weil man sich in jemanden verliebt hat, der nichts ahnt und die Hürde zur Offenbarung der Liebe unüberwindbar scheint oder weil man sich in jemanden verliebt hat, der die Gefühle schlichtweg nicht erwidert.

Selbst Jugendliche, deren erste Liebesbeziehung schön und bereichernd ist, werden früher oder später die Erfahrung von Liebeskummer machen. Einer von beiden verliebt sich in jemand anderen oder findet die Beziehung irgendwann langweilig. Auch, wenn man in gegenseitigem Einvernehmen auseinandergeht und sich gegenseitig verspricht, dennoch Freunde zu bleiben, so bleibt fast immer einer zurück, der sich ausgesprochen verlassen fühlt, wenn nicht gekränkt und ausgenutzt.

Ihrem Kind macht nun nichts mehr Spaß, es kann an nichts anderes mehr denken. Das Selbstbewusstsein ist angekratzt. Ausgerechnet in der Phase der körperlichen Entwicklung, in der die meisten Jugendlichen von Selbstzweifeln vor allem über ihr Äußeres geplagt sind, kann ein Liebeskummer die Kinder darin bestärken, dass sie unattraktiv und langweilig sind.

Die meisten Mütter und Väter können sich zwar noch sehr gut an den eigenen Liebeskummer erinnern, dennoch vergessen sie oft, wie sehr auch ein sehr junger Mensch unter dem Verlassenwerden seines Partners leiden kann. Eltern denken auch häufig, dass nach ein paar Tagen schon wieder alles vorbei sein wird und spotten manchmal gar amüsiert über die rot verweinten Augen oder kommentieren das vielleicht herbeigesehnte Ende der Beziehung gar mit Sätzen wie: „Ich hab es dir ja gleich gesagt, dass der/die es nicht ernst mit dir meint“, oder „Andere Mütter haben auch hübsche Söhne/Töchter“.

Viele Jugendliche aber nehmen ihre Beziehungen sehr ernst und suchen darin oftmals auch eine Geborgenheit, die ihnen das eigene Elternhaus nicht geben kann, vor allem, wenn Familienmitglieder getrennt voneinander leben. Daher sollten Sie den Liebeskummer Ihres Kindes nicht abwerten oder einfach überspielen. Am besten respektieren Sie den Schmerz Ihres Kindes und lassen Weinen und auch Zorn zu. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie gesprächsbereit sind, wenn es Sie braucht. Ihrem Kind tut es gut, wenn es sich seinen Liebeskummer bei geduldigen Zuhörern von der Seele reden kann. Wenn Sie ihm von Ihrem eigenen Liebeskummer erzählen und wie schrecklich Sie sich dabei gefühlt haben, werden Sie sicherlich seine Aufmerksamkeit bekommen, vor allem, wenn Sie berichten können, wie Sie damals damit umgegangen sind und wie der Liebeskummer irgendwann verflogen ist.

Auch Ablenkung hilft manchmal. Unternehmen Sie mit Ihrem Kind etwas, gehen Sie ins Kino, machen Sie einen Ausflug oder etwas Besonderes, von dem Sie wissen, dass es Ihrem Kind gefällt.

Vielleicht leiden Sie aber auch mit Ihrem Kind, wissen kaum, wie sie es trösten sollen und fühlen sich völlig hilflos. Erinnern Sie sich dann daran, dass dieser Liebeskummer eine (weitere) Hürde auf dem Weg in die Partnerschaftsfähigkeit ist. Seien Sie sich immer Ihrer Rolle als Eltern bewusst: Sie sind eine Basis für Ihr Kind, die auch über das Flüggewerden hinaus immer ein Ort ist, wo es uneingeschränkt und vorbehaltlos geliebt wird. Wenn Ihr Kind das Gefühl hat, dass es von Ihnen so angenommen wird, wie es ist, und dass es auf die familiäre Geborgenheit zählen kann, ist dies sicherlich die größte Unterstützung, die Sie ihm in dieser schweren Zeit geben können.

Was ist, wenn der Schwarm meines Kindes öfter wechselt?

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass ihr Kind noch nicht reif für eine feste Beziehung oder für sexuelle Erfahrungen ist, ist es für sie besonders schwierig zu sehen, wenn das heranwachsende Kind sich zu früh oder auf scheinbar naive Weise häufiger von einer Liebesbeziehung in die nächste stürzt. Jedesmal ist das Kind aufgewühlt. Je glühender die Liebe, desto geringer wird zudem das Interesse an den Eltern und der Familie, an Schule und anderen Verpflichtungen. Am Ende einer Liebesbeziehung ist das Kind oft am Boden zerstört.

Zur Entwicklung eines Jugendlichen gehören auch die widersprüchlichen Bedürfnisse nach Nähe und Wechsel. Auch wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn jede Woche einen neuen Schwarm oder Freund hat, ist das zunächst kein Grund zur Aufregung. Junge Menschen müssen erst einmal ausprobieren, was für sie gut ist. Partnerschaft kann erst durch Erfahren von Trennungen gelernt werden.

Wenn Ihr Kind also eine Zeitlang Liebesbeziehungen eingeht und wieder auflöst, so ist dies noch kein Anzeichen dafür, dass es grundsätzlich Probleme mit Nähe und Verbindlichkeiten hat, sondern es stärkt dadurch seine Selbstsicherheit und Beziehungsfähigkeit. Falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich jedoch zu einem dauerhaften Herzensbrecher zu entwickeln scheint, sollten Sie mit ihm ein Gespräch über Verbindlichkeiten, Verantwortung und verletzte Gefühle führen.

Oftmals wird durch das Liebesleben des Nachwuchses die unbewusste Konfrontation der Eltern mit dem eigenen Sexualleben herausgefordert, das vielfach nach all den Jahren zur freudlosen Routine geworden ist. Durch das vor Jugend und Neugierde strotzende Liebesleben des Sohnes oder der Tochter werden Eltern oft gezwungen, ihre eigene Beziehung zu überdenken. Sie werden an Sehnsüchte, Enttäuschungen und vielleicht schlummernde Konflikte erinnert. Wenn Sie Ihrer eigenen Beziehung wieder neue Impulse geben, so können Sie auch ihrem scheinbar unabhängig agierenden Kind jenen Halt geben, den es jetzt noch braucht.

Was muss ich bei der Verliebtheit über das Internet beachten?

Die Generation unserer Kinder ist mit den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Medien gut vertraut. Im Internet können sich Menschen kennen lernen und Freundschaften schließen. Warum sollten sie hier nicht auch die große Liebe finden?

Für junge Menschen ist es ganz normal, ihre Gefühle per SMS oder über das Internet zu äußern. Manchmal gelingt dies in der Anonymität eines Chats oder im lockeren Verflochtensein einer Social Community sogar besser als im realen Miteinander. Sich über das Internet zu verlieben, scheint also nur eine konsequente Fortführung der sozialen Bindungen innerhalb der neuen Medien zu sein. Daher sollten Sie als Eltern nicht allzu sehr verwundert sein, wenn Ihr Kind sich virtuell verliebt.

Bei Bekanntschaften im Netz sollte jedoch immer Vorsicht geboten sein, da sich dort auch Menschen tummeln, die sich dessen Anonymität zunutze machen und sich jugendliche Scheinprofile zusammenbasteln, die Ihr Kind besonders ansprechen und verführen könnten: Es gibt Erwachsene, die sich als Gleichaltrige ausgeben und so den Kontakt zu Heranwachsenden suchen.

Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind über die Risiken von Chats und Social Communities. Schärfen Sie ihm ein gesundes Misstrauen gegenüber Netz-Bekanntschaften ein. Bitten Sie es mit der Herausgabe von persönlichen Daten vorsichtig zu sein und niemals detaillierte Fragen zu intimen Angelegenheiten zu beantworten. Irgendwann wird Ihr Kind Fotos verschicken wollen und Fotos empfangen, um der virtuellen Bekanntschaft ein Gesicht zu geben. Üben Sie daher unbedingt bestimmte Verhaltensregeln im Umgang mit Social Communities und Chats.

Sollte dann ein erstes Treffen mit der Internet-Bekanntschaft anstehen, lassen Sie Ihr Kind niemals alleine gehen. Wenn es Ihre Anwesenheit nicht toleriert, so suchen Sie gemeinsam mit dem Kind eine Begleitperson aus, die für Sie beide in Ordnung ist. Der Treffpunkt sollte ein öffentlicher Ort sein, wie beispielsweise ein Café. Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass trotz großer Verliebtheit die erste Begegnung zu einer Enttäuschung werden kann, wenn die Erwartungen dieser virtuellen Bekanntschaft nicht erfüllt werden.